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Planung für 16 neue Windkraft-Eignungsgebiete : Frischer Wind in Sachen Windenergie

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Windräder könnten sich bald zwischen Diekhof und Plaaz, Sabel und Wiendorf sowie nördlich von Groß Bäbelin drehen. Der Planungsverband Region Rostock legt ab März die entsprechende Entwurfsplanung für acht Wochen aus.

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erstellt am 04.Feb.2013 | 06:11 Uhr

Güstrow | Windräder könnten sich bald zwischen Diekhof und Plaaz, Sabel und Wiendorf sowie nördlich von Groß Bäbelin drehen. Die Verbandsversammlung des Planungsverbandes Region Rostock beschloss auf ihrer jüngsten Sitzung eine Fortschreibung des Kapitels "Energie" im Raumentwicklungsprogramm. "Wir haben an 16 Standorten rund 1300 Hektar als Eignungsgebiete für Windkraftanlagen zur Diskussion auf den Markt geworfen", formuliert Gerd Schäde, Leiter der Geschäftsstelle des Planungsverbandes Region Rostock. Der endgültigen Entscheidung vorgeschaltet ist ein zweistufiges Beteiligungsverfahren, in dem Einwände von Bürgern und den so genannten Trägern öffentlicher Belange gehört werden. Ab März soll dazu die Entwurfsplanung in den Städten und Ämtern ausliegen.

Nach der Ausweisung von Windkraft-Eignungsgebieten in den Jahren 1999 und 2011 weise man in einer dritten Tranche jetzt Gebiete aus, die mitunter in der Vergangenheit schon im Gespräch waren oder ganz neu sind. Eine Erweiterung bestehender Gebiete sei nicht vorgesehen, erklärt Schäde. Das mit 200 Hektar größte der neuen Eignungsgebiete "Recknitz" erstreckt sich zwischen Diekhof und Plaaz nahe der Eisenbahnlinie. Das Gebiet sei in der Vergangenheit bereits betrachtet worden, aber nie in einen Entwurf aufgenommen worden. Bisher hätten ein Vogelzugkorridor, ein Schutzbereich um die Radarstation auf dem Schmooksberg und die unmittelbare Nähe zum Schloss Rossewitz (ein Kilometer) gegen Windkraftanlagen an der Stelle gesprochen. Auch sei ein weiteres Eignungsgebiet zwischen Glasewitz und Plaaz nur knappe 2,5 Kilometer entfernt, fügt Schäde hinzu. Dass das Areal nun dennoch in der Planung auftaucht verdeutlicht, dass die Kriterien gelockert wurden. "Die Flächen, die wir bisher für Windkraft ausgewiesen haben, reichen nicht aus", berichtet Schäde, Man sei angehalten mindestens ein Prozent der Raumfläche im Planungsverbandsgebiet für Windkraft auszuweisen. Dahinter stehe eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts, dass substanziell Raum für Windenergie geschaffen werden müssen, anderenfalls verliere der Verband die Steuerungsfunktion in dem Bereich. "Dann könnte jeder seinen Spargel auf den Hof oder aufs Feld stellen. Das wollen wir nicht", erklärt Schäde. Deshalb lote man nun alle Reserven aus und habe auch Kriterien verändert oder lege diese großzügiger aus. Sollten bisher Gebiete mindestens 75 Hektar groß sein, so reichen jetzt 50 Hektar, nennt der Geschäftsstellenleiter ein Beispiel. Mit der Ausweisung von 1300 Hektar Eignungsgebiet würde man knapp das eine Prozent erreichen.

In der Entwurfsplanung sind weiterhin aus der Güstrower Region Wardow mit 50 Hektar, Sabel (jenseits der Autobahn Richtung Wiendorf) mit 80 Hektar und Groß Bäbelin Nord mit 70 Hektar. Dieses Gebiet war vor Jahren verworfen worden, weil es sich hier um einen Schwerpunktraum für Tourismus handelt. "Das ist heute kein K.o.-Kriterium mehr", sagt Schäde. Dennoch handle es sich jetzt um eine Entwurfsplanung. Ob sich die ausgewiesenen Gebiete für das Aufstellen von Windkraftanlagen eignen, sei im weiteren Verfahren herauszufinden. Ab März liegt die Entwurfsplanung für acht Wochen aus. Im Mai obliegt es der Verbandsversammlung die Stellungnahmen abzuwägen. Danach werde eine zweite Entwurfsplanung erarbeitet, die nach Beschluss der Verbandsversammlung voraussichtlich Ende des Jahres dann erneut ausgelegt wird.

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