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Stadtmuseum Güstrow : Frischekur für Hamburger Schapp

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Projekte im Stadtmuseum Güstrow: Restaurierung historischer Schränke und einer Sammlung von Theaterzetteln

svz.de von
erstellt am 17.Feb.2016 | 07:00 Uhr

Mit ruhiger Hand arbeitet Thomas Merkel an einer kleine Figur – Teil der Schnitzereien am so genannten Hamburger Schapp. Der Restaurator trägt ein Kunstharz auf, um Fehlstellen auszugleichen. Zwei historische Dielenschränke aus dem 18. Jahrhundert, die in der ständigen Ausstellung des Güstrower Stadtmuseums zu sehen sind, werden restauriert. Es ist eines der wichtigsten Projekten im Museum, das sich über drei Jahre zieht.

Im November vergangenen Jahres hatten die Arbeiten begonnen. Beide Schränke weisen deutliche Schäden auf, die den Erhalt der Originalsubstanz akut gefährden, betont Iris Brüdgam. „Dazu gehören der Verlust von Schnitzereien sowie Risse in den Furnieren und Intarsien“, erklärt die für das Museum verantwortliche Kunsthistorikerin. Der erste Abschnitt der Restaurierungsarbeiten soll im März abgeschlossen werden. „Jetzt warten wir auf die Verabschiedung des städtischen Haushaltes 2016/17“, berichtet Brüdgam. Geld für die Fortführung der Arbeiten sei eingeplant. Daneben verweist Brüdgam auf die Unterstützung durch die Allgemeine Wohnungsbaugenossenschaft (AWG).

Ein zweites Projekt betrifft die Restaurierung der historischen Theaterzettelsammlung, die schon 2012 begann. Auch sie wird in diesem Jahr fortgeführt. 325 Theaterzettel – Vorläufer der heutigen Theaterplakate – sind bereits restauriert. 502 Exponate befinden sich noch in der Restaurierung, informiert die Kunsthistorikerin. Die Sammlung ist einzigartig und dem Hofrat Friedrich Piper (1776-1859) und seiner Tochter zu verdanken. Sie hatten eifrig gesammelt. Der erste Theaterzettel aus Pipers Sammlung ist von 1740.


Angebote für Kinder und Forschungsarbeit


Mit Angeboten insbesondere für Kinder und Jugendliche wolle man die Besucher von Morgen für das Stadtmuseum interessieren. Brüdgam nennt das museumspädagogische Begleitprogramm zur ständigen Ausstellung (z.B. „Schiefertafel und Griffel“), aber auch Angebote in den Ferien. Waren in den Winterferien Kinder im Dunkeln im Museum unterwegs, so kündigt die Kunsthistorikerin für die Sommerferien als Bestandteil des Kinder-Kunst-Kompasses Rundgänge durch das Depot des Museums an. „Auch für Erwachsene bieten wir Führungen an“, fügt Brüdgam hinzu. Beteiligen wird sich das Stadtmuseum am 39. Internationalen Museumstag am 22. Mai – das Programm stehe noch nicht fest – und an der Kunstnacht am 2. Oktober, kündigt Brüdgam an.

Hinzu käme der Museums-Alltag. Über 100 000 Einzelobjekte befinden sich im Depot. „Wir leben nicht nur im Jetzt und Heute. Künftigen Generationen müssen wir die Sammlung so übergeben, dass sie auch etwas damit anfangen können“, erklärt Brüdgam. Zur Tagesarbeit würden auch viele Anfragen gehören – gestellt u.a. von Studenten oder Doktoranden, die bestimmte Themen bearbeiten, oder Privatpersonen. Da ging es jüngst z.B. um einen norwegischen Läufer, der 1826 oder 1831 in Güstrow weilte, um eine Lustspielaufführung von 1788 und um das Haus, in dem August der Starke einst nächtigte. 

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