Gerichtsverfahren : Freie Schule erklagt sich Abiturstufe

Ralf Boldt, Leitung Freie Schule Fotos:

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Verwaltungsgericht Schwerin verurteilt Bildungsministerium zur Erteilung der Genehmigung

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30. Januar 2016, 06:00 Uhr

Nach dreijährigem Rechtsstreit mit dem Bildungsministerium hat die Freie Schule Güstrow jetzt Erfolg: Ab dem kommenden Schuljahr darf die Regionale Schule in der Bistede die Abiturstufe einführen. Das Verwaltungsgericht Schwerin hat in dieser Woche der entsprechenden Klage des Trägervereins stattgegeben.

Die Freie Alternativschule Güstrow, derzeit Regionale Schule mit Grundschule, hatte bereits 2011 die Genehmigung zur Erweiterung und zum Betrieb einer Integrierten Gesamtschule (Sekundarstufe I und II) mit Grundschule beantragt. 2013 war man an der Bistede so weit und wollte den Schritt vollziehen. Jedoch ließ damals der Bildungsminister in letzter Minute, unmittelbar vor dem Schuljahresstart, die Eröffnung der Abiturstufe per Eilentscheidung des Verwaltungsgerichts verbieten. 14 Schüler, die damals in die gymnasiale Oberstufe wechseln wollten, mussten sich quasi über Nacht eine Alternative suchen (SVZ berichtete).

Die Richter der 6. Kammer des Verwaltungsgerichts Schwerin gehen jetzt davon aus, dass das überarbeitete Schulkonzept die vom Ministerium geäußerten rechtlichen Bedenken ausräumen konnte. Anhand der vorgelegten aktuellen Schülerzahlen sei auch nicht festzustellen, dass durch die angestrebte Erweiterung der Freien Alternativschule um eine Oberstufe die benachbarten staatlichen Schulen standortgefährdet würden, teilt das Verwaltungsgericht mit. Das Urteil sei noch nicht rechtskräftig, dem Ministerium bliebe noch ein Berufungsantrag vor dem Oberverwaltungsgericht offen.

Der Verein Freie Schule Güstrow betreibt seit knapp 20 Jahren eine Grundschule mit Regionalschule der Klassen 1 bis 10 sowie den Kindergarten „Kleckerburg“ in der Bistede. 201 Schüler werden aktuell von rund 25 Lehrern unterrichtet. Bisher gibt es an der Alternativschule keine Möglichkeit, das Abitur abzulegen. „Für uns ist das Gerichtsurteil eine super Bestätigung“, freut sich Schulleiter Ralf Boldt. „Ab sofort beginnen die Vorbereitungen für den Start der Abiturstufe im Sommer 2016.“ Als erster Schritt werde eine 10. Klasse zur Vorbereitung der Schüler auf die Gymnasialstufe gebildet. In allen Belangen, finanziell, konzeptionell, personell, sei man auf den neuen Schritt eingestellt. Spätestens zum Schuljahr 2017/18 werde, so Boldt, die 11. Klasse eröffnet.

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