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Rechtsstreit in Güstrow : Freie Schule erkämpft Abitur-Stufe

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Nach fünf Jahren ist es geschafft: Die Güstrower Ersatzschule an der Bistede darf endlich auch eine gymnasiale Oberstufe anbieten.

Wer dieser Tage durch die Tür der Freien Schule Güstrow in der Bistede geht, der weiß sofort: Hier hat man Grund zum Feiern. Nach fünf langen Jahren und einem Rechtsstreit mit dem Bildungsministerium darf hier nun endlich das Abitur abgelegt werden. „Es war ein langer Weg“, bestätigt Schulleiter Ralf Boldt und erinnert sich: „Schon 2011 haben wir den Antrag auf Umwandlung in eine Integrierte Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe gestellt – 2013 wollten wir damit starten.“ Doch es brauchte noch drei weitere Jahre.

Man habe immer neue Auflagen erfüllt – die finanziellen und räumlichen Grundlagen und personellen Voraussetzungen geschaffen. „Wir haben die Lehrpläne und Konzeptionen beim Ministerium eingereicht. Es war alles genehmigt, doch am Ende lehnte der Bildungsminister unseren Antrag ohne Begründung ab“, erklärt der Schulleiter weiter. Es folgten viele Gespräche, auch eine außergerichtliche Einigung hatte man angestrebt – vergebens. Im Januar dieses Jahres erfolgte schließlich die Hauptverhandlung vor dem Schweriner Verwaltungsgericht. Das Gericht entschied zu Gunsten der Freien Schule. Nun ist der Weg frei für das Abitur. „Wir sind hoch erfreut. Am 20. Juni kam dann auch der Bescheid“, sagt Ralf Boldt weiter. Die Pädagogen sind Stolz auf das Erreichte – darum hängt der Bescheid nun auch gut lesbar an der Schuleingangstür aus.

„Schon im kommenden Schuljahr starten wir mit der Vorbereitungsphase für die Schüler der 10. Klasse, die ein Abitur anstreben – das sind im Moment etwa fünf Jugendliche“, sagt der Schulleiter. Durch die vielen Verzögerungen habe man den Interessenten geraten sich auch nach Alternativen umzusehen. Daher rühren auch die vergleichsweise geringe Schülerzahl. Morgen lädt die Schule von 19 Uhr an zu einem ersten Infoabend zum Abitur ein – hier sollen Fragen geklärt werden. „Selbst unsere Fünftklässler sind neugierig und fragen nach“, sagt Boldt.

In den kommenden Wochen und Monaten gilt es nun die Abiturstufe sukzessive aufzubauen, Lehrpläne zu entwickeln und gemeinsam Strategien zu entwickeln, wie auch das reformpädagogische Konzept der Freien Schule in die Abiturstufe integriert werden kann. „Viel davon wird in der modernen Pädagogik ohnehin bereits gefordert. Darauf können wir jetzt zurückgreifen“, erklärt der Schulleiter und fügt hinzu: „Die praktische Umsetzung wird uns jetzt am meisten fordern.“ Momentan sucht das Kollegium noch dringend nach einem Französischlehrer. „Wir sind aber guter Hoffnung, dass wir jemanden finden. Außerdem versuchen wir weiterhin auch andere Kollegen zu qualifizieren und haben zuletzt bereits verstärkt Lehrkräfte mit der Befähigung für die Sekundarstufe II eingestellt“, gibt Ralf Boldt einen Ausblick.

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erstellt am 11.Jul.2016 | 21:05 Uhr

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