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Güstrower Anzeiger

24. Oktober 2017 | 11:48 Uhr

Güstrow : Freie Fahrt für den Handel

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Stadtvertretung lehnt Einschränkungen für die Ansiedlung von Discountern in Güstrow ab

von
erstellt am 01.Aug.2017 | 21:00 Uhr

Links oder rechts der Rostocker Chaussee und auch im Bereich Rostocker Straße/Querstraße wird es keine Einschränkungen für Einzelhandelsunternehmen, die sich dort ansiedeln möchten, geben. Nach zwei Runden durch die Ausschüsse und heftigen Diskussionen hatten sich die Fronten geklärt. Die Befürworter eines freien Handels haben sich, wenn auch denkbar knapp durchgesetzt. Bereits bestehende Bebauungspläne werden nicht dahingehend geändert, dass eine Ansiedlung von Discountern mit einer Verkaufsfläche bis 800 Quadratmeter ausgeschlossen werden könnte.

Insbesondere die CDU-Fraktion hatte sich stets gegen einen regulierenden Eingriff gewehrt. Als sie in der Abstimmung über eine Änderung des Bebauungsplanes Nr. 35 „Westlich der Rostocker Chaussee“ augenscheinlich unterlegen war, daran aber zweifelte, forderte man eine erneute Auszählung der Stimmen. Ergebnis: 10 Stimmen für eine Änderung, 10 dagegen, 3 Enthaltungen. Damit war der Antrag abgelehnt. Mit 10 zu 13 Stimmen wurde auch eine Änderung des Bebauungplanes „Rostocker Chaussee/Querstraße“ abgeschmettert.

„Wir wollen niemandem etwas vorschreiben, aber es ist unsere einzige Möglichkeit ein bisschen an den Stellschrauben zu drehen“, hatte zuvor SPD-Fraktionsvorsitzender Hartmut Reimann für die Anträge geworben. Den Vormarsch des Internethandels könne man nicht aufhalten. Aber man könne verhindern, dass sich im städtischen Außenbereich weitere Discounter und Märkte ansiedeln. „Wir wollen die Händler in der Innenstadt unterstützen“, betonte Reimann und verwies auf das Einzelhandelskonzept der Stadt. „Das kann der Markt regulieren“, hielt Sascha Zimmermann (FDP) dagegen. Er sehe die Ansiedlung weiterer Märkte positiv, um „überhaupt noch Kaufkraft in Güstrow zu binden“ und argumentierte weiter, dass es Läden gebe, die den Außenbereich brauchen. Sie würden den Innenstadthändlern nichts wegnehmen. „In die Innenstadt passen besser kleine Läden mit Charme“, formulierte der FDP-Politiker.

Damit ist die Stadt mit ihrem Versuch, die Ansiedlung weiterer Einzelhandelsunternehmen in den städtischen Außenbereichen strategisch zu steuern komplett gescheitert. Ursprünglich wollte die Stadt mit einem neuen Bebauungsplan über das Gebiet rund um die Rostocker Chaussee künftige Handelsansiedlungen regulieren. Allerdings hatte sich das Vorhaben schwieriger als gedacht erwiesen. Mit dem Verweis auf Rechtsunsicherheiten hatte man von dem Vorhaben Abstand genommen. Zwischenzeitlich war eine Veränderungssperre zeitlich abgelaufen. Und prompt flatterte ein Bauantrag für die Fläche zwischen Penny und Sky ins Haus. Einzig verbliebene Möglichkeit mit Blick auf eine Stärkung des Einzelhandels in der Innenstadt weitere Ansiedlungen im Außenbereich zu verhindern, waren Änderungen der Bebauungspläne, in denen es keine Aussagen zur Ansiedlung von Einzelhandel gibt.

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