Güstrow : Fortschritte in der Prahmstraße?

Anwohner wie Dietmar Krüger (2. von rechts) beklagen seit Jahren die Missstände in der Güstrower Prahmstraße, wie hier bei einer Anwohnerversammlung vor der Ruine Nummer 8.
Anwohner wie Dietmar Krüger (2. von rechts) beklagen seit Jahren die Missstände in der Güstrower Prahmstraße, wie hier bei einer Anwohnerversammlung vor der Ruine Nummer 8.

Stadt will endlich gegen verwahrloste Grundstücke vorgehen und jährlich 200 000 Euro für verwahrloste Grundstücke ausgeben.

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20. Februar 2018, 21:00 Uhr

Verwahrloste Grundstücke – ein Reizwort für viele Güstrower. Besonderer Kritikpunkt: die Prahmstraßen-Nummern 6 und 8. Seit mehr als zehn Jahren verschandelt die Ruine Nummer 8 die Umgebung. Anwohner fühlen sich in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt, beklagen Unrat und Ungeziefer. Bitter beklagte sich jetzt wieder Dietmar Krüger in der Einwohnerfragestunde der Stadtvertreter über den Zustand in seiner Straße. Neben der Ruine und der verwahrlosten Industriebrache zwischen Neukruger und Prahmstraße sorgt sich der Güstrower auch um den baulichen Zustand der Straße, einschließlich den abzweigenden Hopfenweg. „Die sacken immer mehr ab“, sagte Dietmar Krüger. Doch seit dem letzten Besuch des Bürgermeisters vor Ort, im Oktober 2017, sei nichts passiert. „Sagen Sie nicht ,endlich mal muss was passieren’, sondern machen Sie sich sofort Gedanken!“, fordert Dietmar Krüger.

Prahmstraße 6: Stadt bereitet Erwerb vor
 

Der angesprochene Arne Schuldt (parteilos) bemerkte dazu, dass manche Anlieger und Bürger ihre Verpflichtungen offensichtlich noch nicht kennen würden. Er wolle den Kommunalen Ordnungs- und Sicherheitsdienst wieder öfter in die Prahmstraße schicken, nach dem Rechten zu sehen.

Der Bürgermeister berichtete zudem von „erwähnenswerten Fortschritten im Zusammenhang mit dem Erwerb der Prahmstraße 6“. Bereits in den 1950er-Jahren sei der Grundstückseigentümer gestorben und seither keine Erben zu ermitteln gewesen, erinnert er. Die Stadt könne jetzt aber nach langem Verfahren zunächst die Pflegschaft für das Grundstück übernehmen. „Zeitnah“ wolle die Stadt das Grundstück erwerben.

Etwas anders liegt die Sachlage bei der Nummer 8. Hier ist der Eigentümer offenbar nicht willens oder nicht fähig zur Änderung des Zustandes, deutete Schuldt an. Deshalb habe die Stadt jetzt die Zwangsversteigerung beantragt. Bis darüber eine Entscheidung fällt, könnten aber noch Monate vergehen. In der Zwischenzeit, so meint der Bürgermeister, werde sich noch herausstellen, ob doch noch ein einvernehmlicher Erwerb des Hauses möglich wird oder ob eine Zwangsversteigerung der Immobilie von Erfolg gekrönt sein würde. Wenn dies geklärt ist, könnte im Anschluss in Absprache mit dem Nachbarn die Sicherung des Giebels seines Hauses erfolgen, so dass für Nummer 8 der Abriss vorbereitet werden – und endlich der hässliche Zaun verschwinden könnte.

Praktisches Instrument, Ordnung zu schaffen
 

Der Stadtvertretung genügt das nicht. Sie stimmte einem von Heiko Karmoll (CDU) eingebrachten Antrag zu. Demnach sind jetzt in diesem und im kommenden Jahr jeweils 200 000 Euro im Haushalt für die Beseitigung städtebaulicher Missstände auf verwahrlosten Grundstücken und an Gebäuden eingestellt. Ausdrücklich wird die Prahmstraße als Beispiel genannt.

Darauf aufmerksam machen will Joachim Faustmann (SPD), dass der Antrag auch das Aufräumen auf fremden Grundstücken vorsehe. Faustmann: „Das geht aber nicht!“ Damit springt der SPD-Mann dem Bürgermeister zur Seite. Schuldt hatte zuvor von „falschen Anreizen“ gesprochen, würde der Antrag auch private Grundstücke betreffen. Das viel zitierte „Problem Prahmstraße“ etwa würde man mit diesem Beschluss auch nicht lösen können.

Gert-Peter Bartsch (CDU) hielt dagegen: „Der Beschluss ist ein praktisches Instrument, um Ordnung zu schaffen.“

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