Forstamt Güstrow : Forst-Eleven pflanzen Zukunft

Sarah Pokrandt und Sabrina Spickermann, zwei Auszubildende, pflanzen im Wald nahe Klueß Roterlen.
Sarah Pokrandt und Sabrina Spickermann, zwei Auszubildende, pflanzen im Wald nahe Klueß Roterlen.

Aufforstung auf 25 Hektar im Forstamtsbereich Güstrow / 5000 Erlen kommen diese Woche bei Klueß in den Boden

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27. März 2014, 06:00 Uhr

Sonnenschein von morgens bis abends mag dem Gemüt recht zuträglich sein, der Forstwirt aber würde sich über Regen freuen. Die Aufforstung im Forstrevier Güstrow ist auf der Zielgeraden. Ein bisschen Wasser von oben würde das Anwachsen der Pflanzen deutlich befördern, denkt Forstamtsleiter Ralf Neuß. In dieser Woche pflanzen Auszubildende z.B. im Revier Kirch Rosin I – ein Lehrrevier – in einem Niedermoorbereich bei Klueß Rot-Erlen. „Hier ist noch genug Feuchtigkeit im Boden“, sagt Sven Schmiedeberg und ist guter Dinge, dass die zweijährigen Pflanzen anwachsen. Mehr aber setzen er und das gesamte Forstamt Güstrow auf Naturverjüngung.

„Wenn man es richtig macht, muss man eigentlich nur ernten“, erklärt der Revierförster. Hin und wieder müsse man ein bisschen regulierend eingreifen, damit Licht-, Platz- und Nährstoffverhältnisse stimmen. Naturverjüngung aber funktioniere nicht mit allen Baumarten. Die Rot-Erle müsse man pflanzen. Lediglich auf 2,5 Hektar wird in seinem Revier jetzt aufgeforstet. Neben etwa 5000 Erlen, die in einem Bereich wachsen sollen, wo zuvor Eschen geschlagen wurden, kommen am Rande noch ein paar Eichen und Kiefern hinzu, berichtet Schmiedeberg. Etwa 5000 Erlen bringen die angehenden Forstwirte in den Boden. In etwa 80 Jahren werden sie „erntereif“ sein. In den nächsten beiden Jahren, werde man noch ein bisschen eingreifen müssen, weil die Brenn-Nessel meterhoch wachsen werden.


Naturverjüngung auf rund 45 Hektar


Auf der Pflanzfläche fallen einige Pfähle auf. Sven Schmiedeberg kann es erklären: „Wir haben hier Probleme mit dem Borkenkäfer. Die Pfähle sind mit eine Substanz versehen, die die Männchen anlockt.“ Den Kontakt würden sie nicht überleben.

25 Hektar werden in diesem Frühjahr insgesamt im Forstamt Güstrow aufgeforstet. Auf etwa 45 Hektar soll die Natur selbst für die Verfügung sorgen, berichtet Forstamtsleiter Ralf Neuß. Eigentlich müssten jährlich 78 Hektar sein, weil entsprechend des Alters der Bäume ebenso viel jährlich geschlagen wird. Man wolle aber dir künstliche Aufforstung nicht zu sehr ausdehnen. Gepflanzt werden in erster Linie Rot-Erlen. „Bedauerlicherweise“, sagt der Forstamtsleiter. Hintergrund sei in vielen Fällen das Eschensterben der vergangenen Jahren. Die Rot-Erle sei eine Alternative zur Esche. Außerdem pflanze man Buchen, die „Mutterbaumart im Waldumbau“ hin zu mehr Mischwäldern, wie es Neuß formuliert. Aber auch Kiefern würden wieder gesetzt z.B. in den Suckower Tannen. Betrachte man Mecklenburg-Vorpommern insgesamt seien in der Vergangenheit zu wenig Kiefern gepflanzt worden.

Das diesmal zeitige Frühjahr macht es notwendig, schnell zu handeln, um den günstigsten Zeitpunkt für die Aufforstung nutzen zu können. Im Güstrower Forstamt setzt man weiterhin auf die Frühjahrsaufforstung. Im Herbst bepflanze man noch einmal zehn bis zwölf Hektar. „Das Problem bei der Herbstaufforstung ist, dass zwar mehr Feuchtigkeit fürs gute Anwachsen da ist, aber bei Schnee in großem Umfang mit Wildfraß gerechnet werden muss“, erklärt der Forstamtsleiter.

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