Gestüt Ganschow : Fohlen stürmen auf die Weiden

Rauf auf die Weide: In diesen Tagen freuen sich die Fohlen, dass sie auf den weiten Weiden des Gestüts herumtollen können.
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Rauf auf die Weide: In diesen Tagen freuen sich die Fohlen, dass sie auf den weiten Weiden des Gestüts herumtollen können.

Die ersten 14 von 33 Fohlen sind in auf dem Gestüt Ganschow geboren – sie sind wichtig für den Nachwuchs der Pferdezucht.

svz.de von
08. April 2017, 05:00 Uhr

Die ersten 14 von 33 Fohlen sind im Gestüt Ganschow geboren. Das erste am 6. Februar. Die letzten stoßen Anfang Juni zu der Herde. Seit einigen Tagen dürfen sie auf die weitläufigen Weiden des Gestüts. Wenn die „Mutter der Fohlen“, die Pferdewirtin Elena Schultz, das Tor des Stalls und das Gatter öffnet, stürmen die kleinen Vierbeiner fast wie irre los. Ein herrlicher Anblick.

„Es liegt in ihrer Natur und sie spüren, dass sie auf der Weide etwas Neues, nämlich frisches Gras, erwartet. Außerdem können sie herumtoben“, schildert Gestütschef Friedhelm Mencke. Dabei halten sie sich beim ersten Mal an ihre Mutter. Aber gerade beim ersten „Ausritt“ kann es auch schon mal Komplikationen geben. Mencke: „Als die Herde beim ersten Mal rausgaloppierte, blieb ein Fohlen im Eifer des Gefechts in der Halle. Es hatte nicht mitbekommen, dass es losging. Da stand es nun und jammerte.“ Aber auch da hilft die Natur. Als die Mutter das Jammern hörte, galoppierte sie wie eine Wilde zum Stall und sprang dabei sogar über den Zaun. Über so viel Mutterliebe staunte selbst der erfahrene Friedhelm Mencke.


Mit den Fohlen beginnt Leben im Gestüt


„Die Geburt der Fohlen ist immer der Moment im Jahr, in dem das Leben im Gestüt beginnt“, umschreibt Friedhelm Mencke ein Gefühl, das ihn seit 1971 – seitdem ist er in Ganschow – begleitet. Mencke lässt es sich daher auch nicht nehmen, bei der einen oder anderen Geburt dabei zu sein. „Das genieße ich, weil es ein Glücksmoment ist, wenn das Fohlen gesund auf die Welt gekommen ist und man es im Stroh liegen sieht“, freut sich der Pferde-Kenner. Für das Gestüt sind die Fohlen die Basis, um für Nachwuchs in den Hallen zu sorgen. Wenn alle Fohlen geboren sind, hat Mencke mit seinen zwölf Mitarbeitern und vier Azubis rund 280 Trakehner und Mecklenburger eingestallt oder jetzt auf den Weiden.

Der Kenner-Blick Menckes hat unter dem ersten Dutzend Fohlen zehn Tiere ausgemacht, mit denen er „absolut zufrieden“ ist. Der Experte misst seine Einschätzung am Aussehen, am Körperbau und – ganz entscheidend – wie sich das Fohlen bewegt. Nach zehn Tagen wagt der erfahrene Züchter diese erste Prognose.

Aber wie geht ein Fohlen-Leben in Ganschow weiter? Mencke: „Die Fohlen bleiben sechs Monate bei der Mutter. Dann werden sie abgesetzt.“ Das heißt, das Kind wird von der Mutter getrennt. „Das mag vielleicht für einen Tierliebhaber grauenhaft klingen. Aber wenn das geschieht, ist die Stute schon wieder gedeckt und muss sich darauf vorbereiten, dass sie nach elf Monaten das nächste Fohlen zur Welt bringt“, erklärt Friedhelm Mencke. Nach drei, vier Monaten erfolgt die erste Prüfung für die Fohlen. Da müssen sie zeigen, wie sie im Schritt laufen, wie sie traben und wie sie den Galopp beherrschen. Sie erhalten ihren Pferde-Pass und die Eigentümer-Urkunde, sie bekommen einen Chip und werden gebrannt. Nach sechs Monaten können sie beim Fohlen-Championat die Karriere-Leiter hochklettern. Bis zum Alter von drei Jahren bleiben die Fohlen eine Gruppe. „Danach geht die Arbeit so richtig los“, weiß Mencke. „Da werden die Fohlen eingeritten und eingefahren, wie wir sagen. Es beginnt ihr Ernst des Lebens“, sagt der Gestütschef.


Fohlenverlosung bei der 21. Stutenparade


Das höchste Zucht-Ziel bei den Hengst-Fohlen ist ein gekörter Hengst. Der nächste, der in Ganschow nach seiner Leistungsprüfung als Deck-Hengst „tätig“ werden wird, ist „Karlsson“. Er erhielt auf der Körung ein „Herausragend“ und war bei den Trakehnern der beste Spring-Hengst Deutschlands“, berichtet Mencke stolz. Die Stuten haben es geschafft, wenn sie als Dreijährige als Zucht-Stute, als Elite-Stute, eingetragen werden. Das alles wird nach einer sehr genauen Selektion entschieden.

Bevor es soweit ist, werden aber noch mehrere Stutenparaden ins Land gehen, wo auch die Fohlen ihre Auftritte haben. Einer ist besonders wichtig: die Verlosung eines Fohlens ans Publikum. Das geschieht bei den 21. Stutenparaden am 9., 16. und 22. Juli, bei denen die Schweriner Volkszeitung Medienpartner ist.



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