Güstrow : Förderung für die Südstadt beendet

Die Förderung von Bund und Land für die Südstadt ist beendet. Fotos: archiv (3), hans-jürgen kowalzik (2)
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Die Förderung von Bund und Land für die Südstadt ist beendet. Fotos: archiv (3), hans-jürgen kowalzik (2)

In der Güstrower Südstadt läuft die Städtebauförderung von Bund, Land und Stadt aus. Seit 1993 wurden rund 14,3 Millionen Euro investiert. Letztes Vorhaben ist die Sanierung des Schulhofes der Inselseeschule.

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24. Februar 2014, 06:00 Uhr

„Wir wohnen seit 1959 in der Südstadt und sind sehr zufrieden. Besonders für ältere Menschen bietet sie ein außerordentlich wohnfreundliches Umfeld“, sagen Helga (82) und Harald (84) Junker. Horst Rietzke (73) sieht es ähnlich. „Ich wohne seit 35 Jahren in der Südstadt und es lässt sich gut hier leben“, meint er. Und auch die 61-jährige Christine Hellmich schließt sich diesem Tenor an. „Mir gefällt es in der Südstadt. Ich lebe hier sehr gut in einer Drei-Raum-Wohnung. Außerdem habe ich nichts gegen die Platte, ich habe sie nie gehasst“, fasst sie ihre Meinung zum größten Neubauwohngebiet Güstrows zusammen.

Für die Planer und Macher der städtebaulichen Entwicklung in diesem Gebiet dürfte das Balsam auf die Seele sein, denn gerade in Güstrow kommt nicht immer gut an, was gut gemeint ist. Jane Weber, Leiterin des Stadtentwicklungsamtes: „In der Südstadt hat es funktioniert. Die Städtebauförderung hat zweifellos ihre Wirkung erreicht.“


Weiterer Ausbau wohl nur mit städtischen Mitteln


1993 war es als die Stadtvertretung die ersten Beschlüsse für eine „Wohnumfeldverbesserung und den Stadtumbau Südstadt“ – so der offizielle Terminus – auf den Weg brachte. Am Ende stehen rund 14,3 Millionen Euro, die Bund, Land und Stadt beisteuerten. Damit alles so ist wie es sich jetzt zeigt: neue Innenhöfe, neue Parkplätze, ein Boulevard von der Inselseeschule bis zum Platz der Freundschaft, sanierte Straße und Gehwege, eine sanierte Schule und Sporthalle, eine neue Förderschule. In den Turnhallenkomplex Tolstoiweg kommt jetzt auch nach und nach Ordnung. Das DRK hat eine Halle saniert, die andere reißt die Stadt ab.

Nicht leicht fiel den Verantwortlichen die Entscheidung für Wohnblöcke die Abrissbirne zu bestellen. Grund war der hohe Leerstand. 474 Wohnungen waren es 2002 (11,5 Prozent). Jetzt sind es 109 (2,5 Prozent). Der Wohnungsbestand sank in der Zeit von 4106 auf 3722 Wohnungen. Dementsprechend gibt es weniger Südstädter: 6887 Einwohner waren es 2002, 2012 waren es 5994, 13 Prozent weniger. 2600 der 3722 Wohnungen sind voll saniert. Das entspricht 69,9 Prozent.

Die Haushaltsstruktur sagt aus, dass es in der Südstadt viele Singles gibt. Die durchschnittliche Haushaltsgröße, das hat die Verwaltung ermittelt, liegt bei nur 1,68 Personen. Der städtische Durchschnitt beträgt 1,82 Personen je Haushalt. Im Vergleich zur gesamten Stadt weist die Südstadt eine deutlich ältere Bevölkerung auf. Cornelia Dettmann, die die Südstadt als Mitarbeiterin des Stadtentwicklungsamtes, betreut hat: „Das liegt an den hohen Anteilen der Senioren im 1. und 2. Bauabschnitt.“ Die Sozialversicherungs-Beschäftigtenquote lag 2012, hat die Stadt ermittelt, bei 40,1 Prozent, gemessen an den 15- bis 65-Jährigen. Dettmann: „Sie liegt damit deutlich unter dem städtischen Durchschnitt von 53,7 Prozent.“ Logischerweise schraubt sich damit die Arbeitslosenquote besonders hoch. Sie beträgt, wieder gemessen an den 15- bis 65-Jährigen, 17,8 Prozent. Dettmann: „Das ist der höchste Wert im Vergleich der Stadtteile. Der städtische Durchschnitt liegt bei 10,8 Prozent.“

Jane Weber schätzt ein, dass im 1. und 2. Bauabschnitt so gut wie alles umgesetzt werden konnte, was sich die Stadt vorgenommen hat. „Insgesamt ist die Südstadt ein attraktiver, solider und guter Wohnstandort. Im 3. Bauabschnitt hätte es noch etwas mehr sein können. Aber es ist eine politische Entscheidung, dass das Programm ausläuft.“ Gemeinsames Ziel bleibe es, so Weber, die Südstadt als Wohnstandort weiter zu konsolidieren und Image und Akzeptanz des Wohngebietes zu erhöhen. Jane Weber: „Wir werden uns daher überlegen, ob über den städtischen Haushalt in den nächsten Jahren noch einiges möglich ist.“

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