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Städtebaufördermittel für Güstrow : Fördermittel für dicke Brocken

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Der Trend geht in die Innenstädte. Auch Güstrow profitiert davon. Für drei Häuser, darunter zwei dicke Brocken, sind Fördergelder in Höhe von mehr als 850 000 Euro zugesagt.

svz.de von
erstellt am 09.Dez.2012 | 06:33 Uhr

Güstrow | Den Einsatz von Städtebaufördermitteln in Höhe von maximal 467 000 Euro für eine Vollmodernisierung der Gleviner Straße 1 beschlossen die Güstrower Stadtvertreter auf ihrer Sitzung in der vergangenen Woche. Und damit nicht genug: Knapp 277 000 Euro sollen auch für das Eckgebäude Lange Straße 44/Hollstraße 17 und noch einmal 108 000 Euro für die Gleviner Straße 35 (hier für eine Teilsanierung) zur Verfügung stehen. Die Stadt gibt Gas bei der Rettung historischer Bausubstanz in der Innenstadt und unterstützt private Investoren mit einer höchstmöglichen Förderung.

Hohe Baukosten wie im Fall der Gleviner Straße 1, die sich zum Teil aus den Forderungen des Denkmalschutzes und der Stadtentwicklung ergeben, würden eine 50-prozentige Förderung rechtfertigen, betont Bürgermeister Arne Schuldt. Abweichend von einem Beschluss von 2003 soll die Förderung zu 100 Prozent als Zuschuss gegeben werden, anders in der Gleviner Straße 35. Hier werden 15 Prozent der Fördersumme als Darlehen - die übliche Verfahrensweise - bereitgestellt.

Stadtvertreter Hartmut Reimann (SPD) äußerte sich sehr zufrieden, dass nach jahrelangen Bemühungen durch die Verwaltung und engagierte Bürger der Stadt das Haus in der Gleviner Straße 1, in dem vor 300 Jahren einmal August der Starke, Kurfürst von Sachsen und König von Polen, logierte, saniert wird. "Ich hatte es kaum mehr für möglich gehalten, den Eigentümer überzeugen zu können", gestand Reimann. Die Stadt hatte schon mit einem Sanierungsgebot gedroht. Die Ausübung eines gewissen Druckes sieht Bürgermeister Schuldt neben einer Förderung auf Obergrenzen-Niveau und der Tatsache, dass die Innenstädte derzeit eine Renaissance erleben, als Gründe für die Entwicklung. "Die Menschen wollen wieder in der Stadt wohnen und arbeiten. Von diesem Trend profitiert auch Güstrow", stellt Schuldt fest.

In der Gleviner Straße 1 soll es schon bald losgehen. "Wir haben am Montag nochmals einen Termin mit der Denkmalpflege und hoffen, dass dann alles geklärt ist und die Baugenehmigung kommt", berichtet Bauplaner Andreas Langkau. Im Frühjahr wolle man mit der Sanierung beginnen. Lange schon würden die Abstimmungen mit der Denkmalpflege andauern. Gutachten, die von einem Bauhistoriker und einem Restaurator angefertigt wurden, hätten schon 32 000 Euro gekostet. Das gewaltige Giebelhaus dürfte in der Zeit um 1600 erbaut worden sein. Manche Umbauten in den folgenden Jahrhunderten haben ihre Spuren hinterlassen. "Das macht das Haus ein bisschen kunterbunt", sagt Langkau. Die untere Etage solle auch nach der Sanierung gewerblich genutzt werden. Zwei Obergeschosse bieten Platz für sechs Wohnungen. Das Dachgeschoss werde nicht ausgebaut, informiert der Planer. Um die Raumhöhe im zweiten Obergeschoss zu erweitern müsse die Decke angehoben werden. "Das ist der größte Eingriff, den wir in dem Gebäude vornehmen müssten; technisch aber machbar", sagt Langkau.

Neues Domizil für Tischlereibedarf

An der Ecke Lange Straße/Hollstraße soll ein Unternehmen für Tischlerbedarf, das sich derzeit auf dem Hof hinter dem Derz’schen Haus befindet, ein neues Domizil bekommen. Die Sanierung des Derz’schen Hauses ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass der dortige Bauherr - auch Eigentümer der Langen Straße 44 und weiterer noch zu sanierender Häuser in der Langen Straße - nun an die Erneuerung des Hofgebäudes gehen muss. Das Untergeschoss des Derz’schen Hauses, den neu entstandenen Anbau (Kemladen) und besagtes Hofgebäude wollen die Güstrower Werkstätten ab dem nächsten Sommer nutzen. Das Vorderhaus sei fast fertig, berichtet Bauherr Ulrich Bunnemann, Inhaber der Schelfbauhütte Schwerin, und hofft, dass die Wohnungen bald vermietet werden können. Der Vertrag mit den Güstrower Werkstätten aber sei auf den nächsten Sommer datiert.

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