Kronskamp : Fluglärm zerrt oftmals an Nerven

Ein Eurofighter beim Start. Insgesamt verfügt das Jgdgeschwader über 27 dieser Waffensysteme.
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Ein Eurofighter beim Start. Insgesamt verfügt das Jgdgeschwader über 27 dieser Waffensysteme.

60 Beschwerden aus der Bevölkerung in diesem Jahr wegen Lärmbelästigung / Jagdgeschwader wirbt um Verständnis

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18. November 2014, 19:44 Uhr

Sie sind weniger geworden, die Beschwerden aus der Bevölkerung über den Fluglärm durch die Eurofighter des Luftwaffengeschwaders 73 in Laage-Kronskamp und Flieger vom zivilen Flughafen Rostock-Laage. So schätzte es gestern bei der Lärmschutzkonferenz Kommodore Oberst Bernhard Teicke ein. Und dennoch: Seit Jahresbeginn haben 60 Bürger der Region solche Beschwerden bei der Bundeswehr eingereicht. „Das sind etwa 20 weniger als im Vorjahr“, so Teicke.

Wie sehr aber Bewohner teilweise unter dem Fluglärm leiden, machte gestern Dieter Kröger aus Hohen Sprenz deutlich. „Die Eurofighter drehen im Landeanflug immer über dem Hohen Sprenzer See und über unseren Häusern. Das geht manchmal den ganzen Tag und ist nicht mehr auszuhalten“, sagt der 65-Jährige. „Das ist auch am Wochenende durch die Passagierflugzeuge so, die auf dem Flughafen landen. “ Das könne nicht mehr so weiter gehen, unterstützt ihn Thomas Rosenstiel, stellvertretender Bürgermeister von Hohen Sprenz. Auch aus einer ganz anderen Ecke, aus Prebberede, kommen Klagen: „Unser Haus liegt genau in der Einflugschneise aus Richtung Westen. Manchmal fliegen da die Flieger wie auf einer Perlenschnur. Dabei gehen sie so tief, dass ich am Kaffeetisch auf der Terrasse nur den Arm ausstrecken brauchte und sie berühren könnte“, meint Peter Koch etwas überspritzt.

Auch ein Bürger aus Dolgen am See, das in der östlichen Einflugschneise liegt, klagt: „Die fliegen so tief, dass man bald an die Räder fassen kann“. Eckhard Bormann, Bürgermeister der Gemeinde Dolgen am See, dagegen sieht die Sache etwas lockerer. „Wenn das bei uns so schlimm wär’ mit dem Fluglärm, würden nicht so viele Auswärtige bei uns bauen“, sagt er. Viel schlimmer als der Lärm durch die Flieger sei z. B. in Sabel die Lärmbelästigung durch die Autobahn 19, meint er.

Die Klagen der Einwohner sind Kommodore Teick bekannt. Er sehe das Problem, sagt er. „Die Flugzeuge drehen über dem Hohen Sprenzer See eine Schleife, da hab’ ich auch keine Abhilfe. Wir müssen ja den Schülern das Landen beibringen“, kann er wenig Hoffnung auf Änderung machen. Was die zu geringe Flughöhe anbetrifft aber ist er sich sicher, dass es immer noch mindestens „1500 Fuß sind“. In Bezug auf die hohe Anzahl der Flüge in Prebberede will er nun prüfen, ob man die Anflüge aus dieser Richtung auf mehrere Korridore verteilen könnte.

Außer in der Zeit der Vorbereitung auf die Übung „Jawtex 2014“ im April sei der August durch den Tag der offenen Tür auf dem Fliegerhorst und durch Vermessungsflüge mit 1200 Flügen in diesem Jahr die „Spitze“ gewesen. Doch mit den Vermessungsflügen sei man „fast durch“, so Teick.

Auf 180 gesunken sei 2014 die Zahl der Überschallflüge, die den lauten Knall verursachen. Da die Eurofighter dabei aber immer zu zweit fliegen, wie der Kommodore sagt, „gab es den Überschallknall nur 90-mal“. Die Überschallflüge versuche man außerdem „viel über der Nord- und der Ostsee zu machen“, betont er. Um die Lärmbelästigung in Städten wie Rostock so gering wie möglich zu halten, werden diese nicht mehr überflogen, so der Kommodore.

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