Airport Rostock-Laage : Flughafen setzt auf München

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Ab Ende März fliegen vier Maschinen pro Woche / Zielgruppe: Geschäftsreisende

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18. Dezember 2014, 20:00 Uhr

Der Flughafen Rostock-Laage schickt eine Kampfansage an die Konkurrenz in Berlin-Tegel und Hamburg-Fuhlsbüttel: Ab dem 29. März verdoppelt die Lufthansa ihre Flüge aus MV zum Drehkreuz München. Von dort aus haben die Reisenden Anschluss an 116 Ziele in 45 Ländern. „Wir erschließen uns damit ein ganz neues Segment – Geschäftsreisende“, sagt Airportchef Rainer Schwarz, der sein Amt erst Anfang des Monats angetreten hat.

Heben die Lufthansa-Jets bislang nur freitags und sonntags ab, kommen künftig auch montags und mittwochs Starts hinzu. „Das ist ein klares Bekenntnis zu unserem Standort“, sagt Schwarz. Von dem erweiterten Angebot sollen neben den Geschäftsreisenden auch Urlauber und Pendler profitieren. Der Flughafen rechnet mit 10 bis 15 Prozent Zuwachs bei den Passagieren. In diesem Jahr war ihre Zahl leicht auf 170 000 gesunken, vor allem durch die Pleite der türkischen Fluggesellschaft Sky Airlines bedingt, die den Flughafen im vergangenen Jahr kalt erwischt hatte.

„Das neue Angebot ist eine ganz andere Hausnummer, das es in dieser Qualität von Rostock-Laage aus noch überhaupt gar nicht gab“, sagt Lufthansa-Sprecher Wolfgang Weber. Bisher seien von Laage aus nur Maschinen gestartet, die sonst nicht benötigt wurden und aus der Wochenendreserve stammten. Statt auf Geschäftsreisenden habe der Fokus ausschließlich darauf gelegen, Urlauber aus dem Süden an die Küste zu fliegen. Jetzt ist es auch andersherum. „Wir glauben daran, dass das wirtschaftliche Potenzial in der Region mittlerweile herangewachsen ist“, sagt Weber.

Umfragen der Industrie- und Handelskammer (IHK) und Rostock Business belegen das grundsätzliche Interesse der Wirtschaft. „Wir haben gezielt rund 100 weltweit tätige Firmen aus der Region Rostock und Vorpommern angesprochen“, sagt Christian Weiss, Geschäftsführer von Rostock Business. Darüber hinaus hätten 70 Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen an einem Workshop teilgenommen und dort noch einmal den Bedarf unterstrichen. „Ergebnis war, dass sie vor allem die Anbindung an München brauchen“, sagt Christine Grünewald von der IHK.

Nun liege es an den Unternehmen, den Forderungen Taten folgen zu lassen, so die München-Vorkämpfer. „Wir haben oft gehört, dass sie schon gar nicht mehr nach Laage gucken“, sagt Grünewald. Das soll sich jetzt ändern. Wird das Angebot gut angenommen, „ist auch eine tägliche Verbindung drin“, sagt Lufthansa-Sprecher Weber.

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