Laage : Flughafen feiert im September Jubiläum

So macht die Arbeit Spaß und so soll es weitergehen: Im vergangenen Herbst freuten sich Dörthe Hausmann und Philipp Helberg von bmi regional über den 50000. Gast von bmi in Laage.
So macht die Arbeit Spaß und so soll es weitergehen: Im vergangenen Herbst freuten sich Dörthe Hausmann und Philipp Helberg von bmi regional über den 50000. Gast von bmi in Laage.

Gespräch mit Dörthe Hausmann, Geschäftsführerin der Flughafen Rostock-Güstrow-Laage GmbH, vor dem 25. Airport-Geburtstag.

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10. Februar 2018, 05:00 Uhr

290 654 Fluggäste zählte der Flughafen Rostock-Laage im vergangenen Jahr. Das war ein Plus von 16,17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wie geht es in diesem Jahr weiter? Dirk Behm sprach mit Dörthe Hausmann (49), die seit gut einem Jahr als Geschäftsführerin die Geschicke des zivilen Airports leitet.

Nach schwierigen Jahren ist der Airport wieder im Aufwind. Wie geht das?
Hausmann: Wir haben im vergangenen Jahr unsere Geschäftsmodelle hinterfragt und die einzelnen Segmente separat betrachtet. Dabei ging es darum zu differenzieren und die Bereiche touristische Flüge ab Rostock-Laage, touristische Flüge ins Land, Flugverbindungen für Geschäftsreisende und die allgemeine Luftfahrt zu analysieren. Welche Kunden benötigen welche Produkte? Es gab dazu Umfragen. Nun liegt uns eine Zahlenbasis vor, als Grundlage der Verhandlungen mit Airlines. Denn diese wollen vorab von uns wissen, ob sich eine Route auch rentabel fliegen lässt, welche Unternehmen in der Region die Strecke nutzen oder ob Reisende eher als Pendler unterwegs sind. Dies sind die Grundlagen, um einen Flugplan zu erstellen, der den Bedürfnissen der Kunden entspricht.
Haben der Flughafen und sein Angebot heute eine größere Lobby im Land?
Wir haben viele Befürworter im Land, aber es gibt auch noch Menschen, denen die Bedeutung eines Flughafens für die regionale wirtschaftliche Entwicklung des Landes noch nicht bewusst ist. Daran müssen wir arbeiten.

Sind es eher Privatreisende oder Geschäftsleute, die den Aufwind des Flughafens begleiten?
Beide nehmen den Flughafen aus unterschiedlichen Gründen gut an. So spart ein Geschäftsreisender aus der Region drei Stunden pro Weg, wenn er direkt von Rostock-Laage fliegen kann. Das spart vor allem Reisekosten und Arbeitszeit. Die Fluggäste, die in den Urlaub fliegen, möchten dies direkt von der Haustür tun, ohne lange Anreise mit Stau.

Im vergangenen Jahr haben sich Geschäftsfelder etabliert. Sie haben sich aber auch für neue quasi als Feuerwehrmann ins Gespräch gebracht? Stichwort Ausweichflughafen…
Wir haben die Möglichkeit genutzt, Rostock-Laage als Ausweichflughafen zu positionieren, wenn Flugzeuge aufgrund von schlechtem Wetter oder Verspätungen ihren Zielflughafen nicht mehr erreichen können. Die Nähe zu Berlin und Hamburg ist hier unser Vorteil. Bisher wurden die meisten dieser Maschinen nach Hannover umgeleitet. Über Airport Laage konnten 2017 über 5400 Passagiere zum Beispiel ihr Reiseziel Berlin noch am gleichen Tag erreichen.
Wie blicken Sie in die Zukunft?
Der Flughafen Rostock-Laage wird gebraucht. Viele Unternehmen in der Region haben sich hier angesiedelt, weil sie tägliche Fluganbindungen benötigen. Die Wirtschaftszentren in Deutschland und Europa müssen in einer annehmbaren Zeit erreichbar sein, wenn man in einer globalisierten Wirtschaft mithalten will. Dazu müssen wir weitere tägliche Anbindungen für Geschäftsreisende schaffen. Auch im touristischen Bereich sehe ich großes Potential, im touristischen Incoming ebenso wie bei Urlaubsreisen.
Wie können und wollen sie die Passagierzahlen weiter steigern?
Wir benötigen weitere Airline-Partner, insbesondere solche, die das richtige Fluggerät für die zu entwickelnden Strecken besitzen. So benötigen wir für tägliche Verbindungen kleinere Flugzeuge, die mit guter Auslastung fliegen, während wir für touristische Verbindungen größeres Fluggerät brauchen, um niedrigere Preise anbieten zu können. Dies rechnet sich aber für die Airlines nur dann, wenn die großen Maschinen auch gut gefüllt sind.
Wohin können die Einheimischen in diesem Jahr fliegen?
Täglich gibt es zwei Verbindungen nach München, einmal täglich nach Stuttgart. Und im touristischen Bereich stehen mit Rhodos, Kos und Kreta drei griechische Inseln auf dem Programm, Burgas und Varna werden in Bulgarien angeflogen. Mit Antalya und Hurghada stehen zwei weitere Sonnenziele im Programm und mit Zürich und Linz werden im Mai Österreich und die Schweiz bedient. Ab Herbst geht es dann wieder auf die Kanarischen Inseln Teneriffa, Gran Canaria und Fuerteventura.
Folgen nach München und Stuttgart weitere deutsche Städte, die sie regelmäßig anbieten können?
Wir stehen dazu in Verhandlungen. Aber derzeit ist noch keine neue Verbindung spruchreif.
Sie sind seit gut einem Jahr Geschäftsführerin. Was wollen Sie in ihrem zweiten Jahr schaffen?
In diesem Jahr möchten wir den positiven Trend bei den Passagierzahlen fortsetzen. Wir werden hohe Investitionen in die Infrastruktur und Technik tätigen und auch die Digitalisierung ist bei uns ein Thema. Zudem wollen wir unsere Parkflächen erneuern. Und natürlich geht die Akquisition weiter, um weitere Fluggesellschafen vom Standort Rostock-Laage zu überzeugen.

Haben Sie Ihre Entscheidung für Rostock-Laage eigentlich mal bereut?
Nein, denn die Aufgabe, den Flughafen Rostock-Laage zu entwickeln und dabei mit einem guten Team arbeiten zu können, ist etwas Besonderes. Die Luftfahrt hat mich von Anfang an am meisten interessiert. Ich habe bei Top Airlines und an Flughäfen gearbeitet. Man sagt, wer in der Luftfahrt mit Kopf und Herz arbeitet, hat Kerosin im Blut – sein Leben lang.
Der Flughafen Rostock-Laage wird 25. Wird das gefeiert?
Wir werden am 22. September zu einem Tag der offenen Tür einladen und arbeiten bereits jetzt an einem tollen Programm.

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