Asylbewerber im Landkreis : Flüchtlingszahlen steigen weiter

In dieser Flüchtlingsunterkunft in der Güstrower Südstadt leben zurzeit mehr als 70 Asylbewerber.
In dieser Flüchtlingsunterkunft in der Güstrower Südstadt leben zurzeit mehr als 70 Asylbewerber.

Landkreis Rostock rechnet dieses Jahr mit deutlich mehr als 1000 Neuzugängen / Flüchtlingsunterkunft in Striesdorf im Juli bezugsfertig

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30. Juni 2015, 06:00 Uhr

Anfang des Jahres waren es 800, einige Monate später schon knapp 1000 und jetzt rechnet Rainer Boldt, 2. Beigeordneter des Landrats, bereits mit „deutlich mehr als 1000 Neuzugängen in diesem Jahr“. Die Rede ist von Flüchtlingen und Asylbewerbern, die der Landkreis Rostock unterbringen muss. 530 Flüchtlinge hat der Landkreis in diesem Jahr schon vom Land zugewiesen bekommen. Die Unterbringung dieser Menschen gestaltet sich immer schwieriger.

Bei der Unterbringung lebe man „von der Hand in den Mund“, gibt Boldt unumwunden zu. „Wir suchen immer nach neuen Wohnungen zur dezentralen Unterbringung der Flüchtlinge. Dabei sind wir auf eine gute Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden angewiesen“, sagt er. Neben der Anmietung von Wohnungen will der Landkreis auch neue Gemeinschaftsunterkünfte schaffen. „Wir verhandeln gerade über neue zentrale Unterkünfte. Es gibt einige Interessenten, die damit natürlich auch Geld verdienen wollen“, sagte Boldt bei der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses.

Nach seinen Angaben leben im Landkreis Rostock aktuell 4694 Ausländer. Das seien 2,2 Prozent der Gesamtbevölkerung und man liege damit im Vergleich zu den anderen Kreisen unter dem Landesdurchschnitt. Von diesen 4694 Ausländern sind 1378 Asylbewerber und Flüchtlinge. 28 Prozent der Flüchtlinge seien Kinder und Jugendliche, die meisten im Vorschulalter. „Wir können zurzeit alle Kinder beschulen. Das ist jedoch eine große Herausforderung für die Schulen“, sagt Rainer Boldt. Fünf Schulen im Landkreis, darunter die Güstrower Schule am Inselsee, sind so genannte Standortschulen, die besonders mit Personal ausgestattet sind, um Flüchtlingskinder zu beschulen. So hat die Inselseeschule, die direkt neben einer großen Flüchtlingsunterkunft in der Güstrower Südstadt liegt, eine Integrationsklasse eingerichtet. Die Zahl der minderjährigen Flüchtlinge wird zudem ab dem 1. Januar 2016 noch weiter ansteigen. Dann ist der Landkreis verpflichtet, auch unbegleitete Minderjährige aus Kriegs- und Krisengebieten unterzubringen.

Unterdessen ist eine neue Flüchtlingsunterkunft demnächst bezugsbereit. In einem Wohnblock in Striesdorf werden gerade die ersten Wohnungen eingerichtet, informiert Boldt. Er rechnet damit, dass im Juli die ersten Flüchtlinge einziehen können. Bis zu 70 Personen sollen hier einmal unterkommen. Einige Striesdorfer hatten mit Unbehagen auf diese Zahl reagiert, da das Dorf nur 50 Einwohner hat und die Infrastruktur schlecht ist (SVZ berichtete). „Auf die Gemeinde bezogen ist der Flüchtlingsanteil nicht hoch, auf Striesdorf selbst bezogen natürlich schon“, versucht Boldt eine Erklärung. Aber der Landkreis müsse jede Unterbringungsmöglichkeit wahrnehmen.

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