zur Navigation springen

Gemeinschaftsunterkunft in Güstrow : Flüchtlingsheim: Streit um Miethöhe

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Landkreis und Kreisausschuss begrenzen Kaltmiete für geplante Gemeinschaftsunterkunft im Langendammschen Weg in Güstrow

von
erstellt am 01.Sep.2016 | 21:00 Uhr

Die neue Gemeinschaftsunterkunft im Langendammschen Weg 2a in Güstrow für maximal 85 Flüchtlinge (SVZ berichtete) kommt. Wann ist allerdings noch unklar. Offensichtlich gibt es zwischen dem Landkreis und dem Vermieter noch eine Auseinandersetzung über den monatlichen Mietpreis. Der Kreisausschuss billigte am Mittwochabend den Mietvertrag für das neue Flüchtlingsheim – allerdings nur mit einer Mietobergrenze. Die Kaltmiete darf 8500 Euro im Monat nicht überschreiten. „Diese Summe ist auch vom Landesamt für Migration und Flüchtlingsangelegenheiten genehmigt“, so Landrat Sebastian Constien.

Der Mietvertrag wird für die Dauer von fünf Jahren ab Bezugsfertigkeit geschlossen. Die Mietkosten werden komplett vom Land finanziert, unterstrich die 2. Beigeordnete Anja Kerl. Sie bestätigte auch, dass weitere Kapazitäten für die Flüchtlingsaufnahme in Form von Gemeinschaftsunterkünften im Landkreis notwendig seien. So wird zum 1. Oktober die bisherige Notunterkunft in einem ehemaligen Hotel in Lohmen in eine zentrale Gemeinschaftsunterkunft umgewandelt. Hier leben aktuell 84 Flüchtlinge, die Kapazität beträgt 105 Plätze.

Allgemein setzt der Landkreis auf Zentralisierung statt wie bisher auf Dezentralisierung bei der Unterbringung von bisher nicht anerkannten Flüchtlingen. Der dezentrale Wohnungsbestand für Asylbewerber wird zu Gunsten von Gemeinschaftsunterkünften reduziert. Bisher existieren sieben zentrale Flüchtlingsheime im Landkreis: drei in Güstrow, drei in Bad Doberan, eines in Jördenstorf. Demnächst kommen Lohmen, das ehemalige Hauptgebäude der Stadtwerke in der Glasewitzer Chaussee in Güstrow sowie das Objekt im Langendammschen Weg hinzu. Zusätzlich gibt es zwei so genannte Wohnobjekte in Breesen sowie in der Güstrower Südstadt. Hier, in der Werner-Seelenbinder-Straße, leben aktuell 150 Flüchtlinge in mehr als 40 Wohnungen.

Die Bewachung der künftigen Gemeinschaftsunterkünfte in Lohmen und in der Glasewitzer Chaussee soll die Fischer Dienstleistung mit System GmbH aus Elmenhorst übernehmen. Dem stimmte der Kreisausschuss zu. Nicht so einstimmig verlief es bei der Vergabeentscheidung für den künftigen Betreiber dieser beiden Flüchtlingsheime. Gegen die Malteser als Betreiber der Gemeinschaftsunterkunft Lohmen hatten die Mitglieder des Kreisausschusses keine Bedenken. Anders beim Betreiber European Homecare GmbH, der sich um die zentrale Flüchtlingsunterkunft in der Glasewitzer Chaussee kümmern soll. Zweifel in Bezug auf diesen Betreiber meldete Sven Sauer (Linke) an. Er bemängelte u.a. die hohe Mitarbeiterfluktuation bei European Homecare. Auch der Landkreis habe diesbezügliche Hinweise bekommen, antworte Ina-Maria Fahning, Leiterin des Fachdienstes Integration und Unterbringung von Geflüchteten. „Der Landkreis hat daraufhin eine Fachaufsichtskontrolle in einer Einrichtung gemacht. Hierbei konnten wir keine Missstände nachweisen“, sagte sie. Der Kreisausschuss stimmte daraufhin mehrheitlich für European Homecare als Betreiber zu. Das Unternehmen aus Essen betreibt bisher die Flüchtlingsunterkünfte im Güstrower Waldweg und in der Demmlerstraße sowie das Wohnobjekt in der Südstadt und das Heim in Jördenstorf.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert