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Projekt „Slalom“ : Flüchtlinge: Hilfe bei Bewerbungsunterlagen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Bilse-Projekt „Slalom“ will Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive in Arbeitsmarkt integrieren

Fotoshooting am Bilse-Institut Güstrow. Vergangene Woche kam der freiberufliche Fotograf Danny Gohlke aus Rostock in die Barlachstadt, um von Flüchtlingen, die am Landesprojekt „Slalom“ teilnehmen, unentgeltlich Bewerbungsfotos anzufertigen.

„Als Projektmitarbeiter Sebastian Dettmann mit der Bitte an mich herantrat, habe ich sofort zugesagt. Ich finde, in dieser Situation sollte jeder den Asylbewerbern dort helfen, wo er kann. Ich kann fotografieren und das ist mein Beitrag“, begründet Gohlke, der Reiseführer für den Hinstorff-Verlag illustriert – unter anderem „Einsatzort Wanderweg“ mit Axel Prahl und Jan Josef Liefers –, sein Engagement. „In dem Projekt werden Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive und Langzeitarbeitslose auf die Integration in den Arbeitsmarkt vorbereitet. Dazu gehören auch qualitativ hochwertige Bewerbungsunterlagen. Für Flüchtlinge sind teure Bewerbungsfotos oft unerreichbar“, sagt Andrea Buchholz, Leiterin der Sektion Bildung bei der Bilse.


Kfz-Mechaniker aus Damaskus


Bevor sich Rani Alali Alrifai für den Fotografen in Positur stellte, brachte er mit Projektmitarbeiter Sebastian Dettmann seinen Lebenslauf zu Papier. Der 31-jährige Syrer hatte vor seiner Flucht in Damaskus als Kfz-Mechaniker gearbeitet. Auf seinem Handy zeigte er Aufnahmen, die ihn bei der Arbeit in einer Werkstatt zeigen. „Es ist nicht immer einfach, die genaue Schulbildung der Asylbewerber herauszufinden oder ihren beruflichen Werdegang zu verfolgen. Dafür sind solche Fotos eine Hilfe“, sagt Dettmann. Hilfreich dafür sind auch Praktika und die Projektwerkstätten, die von Bilse passgenau vermittelt werden.

Für das vom Land Mecklenburg-Vorpommern, dem Europäischen Sozialfonds (ESF) und den Jobcentern Rostock, Bad Doberan und Güstrow geförderte Projekt „Slalom“ – ausführlich: „Praktische Starthilfe für Langzeitarbeitslose und von Langzeitarbeitslosigkeit betroffene Menschen mit und ohne Migrationshintergrund“ – läuft seit September 2015 der zweite Durchgang. 100 Teilnehmer in Rostock und je 50 in Bad Doberan und Güstrow, darunter ebenso Flüchtlinge, werden intensiv auf den Arbeitsmarkt vorbereitet. Das Projekt verfolgt dabei einen inklusiven Ansatz.

„Ich würde gern wieder als Kfz-Mechaniker arbeiten“, sagt Rani und will unbedingt seine Deutschkenntnisse verbessern. Und er würde auch gern wieder das Ringen als Sport betreiben, worin er in Syrien sehr erfolgreich war. Zurzeit lebt der 31-Jährige in der Flüchtlingsunterkunft in der Güstrower Werner-Seelenbinder-Straße. Als er erfuhr, dass der Namenspatron ein erfolgreicher Ringer war, hat er begonnen, sich für das Leben von Werner Seelenbinder zu interessieren.

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