Asyl : Flüchtlinge erstmals in Turnhalle

25 Personen sollen in Sporthalle in Bad Doberan unterkommen / Probleme bei Unterbringung immer größer

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28. August 2015, 06:00 Uhr

Die stetig steigenden Flüchtlingszahlen zwingen den Landkreis Rostock zu immer mehr Notmaßnahmen. Die Problem bei der Unterbringung werden – wie auch in anderen Landkreisen in MV – immer größer. Erstmals sollen Flüchtlinge jetzt auch in einer Turnhalle untergebracht werden. Aktuell richtet der Landkreis die Turnhalle der kreiseigenen Berufsschule im Stülower Weg in Bad Doberan als Notunterkunft für Asylbewerber und Flüchtlinge her. Hier sollen Mitte nächster Woche kurzfristig zunächst ca. 25 Personen unterkommen, informierte der Landkreis gestern.

Die Kapazitäten zur zentralen und dezentralen Unterbringung der Flüchtlinge im Kreisgebiet sind nahezu erschöpft (SVZ berichtete). Die zentralen Asylbewerberheime in Güstrow und Bad Doberan sind voll, die Suche nach Wohnungen zur dezentralen Unterbringung vor allem von Flüchtlingsfamilien gestaltet sich schwierig. Wenn sich die Zahl der Flüchtlinge in den kommenden Monaten weiter so dynamisch entwickele, würden die Probleme bei der Unterbringung noch größer werden, so Dezernent Rainer Boldt. Vor zwei Wochen hatte der Landkreis bereits nicht mehr genutzte Unterrichtsräume der Berufsschule in Bad Doberan für Flüchtlinge hergerichtet – jetzt auch die Turnhalle.

Die Einrichtung der Turnhalle erfolgt zunächst durch den DRK-Kreisverband Bad Doberan. Die Notunterkunft solle „bis auf weiteres eingerichtet“ und durch das DRK betrieben werden, hieß es gestern. „Der Landkreis ist bemüht diese Notunterkunft durch Schaffung von weiteren Unterbringungskapazitäten in Gemeinschaftsunterkünften und der Anmietung weiterer Wohnungen im Bereich der dezentralen Unterbringung zeitnah wieder aufzugeben“, sagte Kreissprecher Kay-Uwe Neumann. Der Kreis betrachtet diese Notunterkunft also nur als Not- und Übergangslösung.

Doch die Zahlen der dem Landkreis zugewiesenen Flüchtlinge werden vom Land monatlich nach oben korrigiert. Zunächst waren zu Beginn des Jahres 800 Flüchtlinge avisiert worden. Die Zahl hatte das Land bald schon auf 1000 und nun noch einmal auf 1200 erhöht. Das werfe alle vorherigen Planungen des Landkreises über den Haufen, gibt Rainer Boldt zu. In Anzeigen u.a. auch in unserer Zeitung hatte der Landkreis bereits Wohnungen gesucht, um sie für Asylbewerber anzumieten. Die Suche geht weiter. Mehr als 300 Wohnungen hat der Landkreis bereits im ganzen Kreisgebiet angemietet. Aktuell sind im Landkreis Rostock knapp 1600 Asylbewerber – Frauen, Männer und Kinder untergebracht.

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