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Zwischenfall : Flüchtlinge demonstrieren in Lohmen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

DRK kann Situation schnell schlichten. Frust und Unkenntnis über Asylverfahren

von
erstellt am 08.Apr.2016 | 08:00 Uhr

In der Asylbewerberunterkunft in Lohmen kam es gestern gegen 12.45 Uhr zu einem Zwischenfall. 20 bis 30 Asylbewerber demonstrierten kurzzeitig auf der Straße vor der Unterkunft. „Das Ganze hat nur kurze Zeit gedauert. Ein Sozialarbeiter konnte die Bewohner der Unterkunft schnell wieder reinholen“, informiert Gert Frahm, Sprecher der Güstrower Polizei. Alles sei friedlich verlaufen, die Polizei habe keine größeren Maßnahmen ergreifen müssen.

In der Lohmener Unterkunft, die vom DRK Güstrow betreut wird, leben nach Angaben des Landkreises aktuell 90 Bewohner, ausschließlich Familien mit Kindern. Der Unmut der Asylbewerber entzündete sich gestern offensichtlich aufgrund verschiedener Punkte. „Viele beklagten sich über die Asylverfahren“, sagte Manuela Hamann vom DRK, die gestern vor Ort war. Gemeinsam mit einem Mediator habe es nach der Kurzdemo Gespräche mit den Bewohnern geben. „Die Asylbewerber kennen unser System nicht und es herrscht allgemeine Unkenntnis über die Asylverfahren“, so Hamann weiter. Das führe oftmals zu Frust. „Viele Abläufe, die für uns logisch sind, müssen wir noch klarer und einfacher kommunizieren“, zieht sie eine Konsequenz aus dem Vorfall.

Da hakt auch der Landkreis Rostock ein. „Wir wollen mit dem DRK die gestern bei den Asylbewerbern aufgetauchten Fragen auswerten und eventuell nachsteuern“, sagte Kreissprecher Michael Fengler auf SVZ-Nachfrage. Für viele der Flüchtlinge sei es schwer zu verstehen, wie die Verwaltung arbeite. Man müsse immer wieder erklären, wie das Verfahren funktioniere. „Die unterschiedliche Verfahrensdauer erklärt sich daraus, dass teilweise Unterlagen nicht vollständig sind und das geprüft werden muss“, so Fengler.

Ein weiteres Problem hat die Flüchtlinge gestern auf die Straße getrieben: „Manche der Kinder haben Läuse“, so Manuela Hamann. Sie besorgte gestern gleich die Rezepte für die Gegenmittel. Und auch das zu langsame Internet wurde beklagt. „Wir konnten nur sagen, dass der Empfang in Lohmen halt schlecht ist“, sagt Manuela Hamann.  

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