Güstrow : Fledermäuse stoppen Kleiderwerke-Abbruch weiter

Der im Februar begonnene Abbruch der Kleiderwerke-Gebäude stockt weiterhin.
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Der im Februar begonnene Abbruch der Kleiderwerke-Gebäude stockt weiterhin.

Güstrow: neuer Beschluss der Stadtvertretung am 11. September notwendig / Landkreis erteilt Abbruchgenehmigung mit Auflagen

svz.de von
11. Juli 2014, 06:00 Uhr

Warum stockt der Abbruch der Kleiderwerke auf dem Stahlhof in Güstrow weiter? Seit Ende Februar rührt sich da keine Hand. Aber am 31. Juli sollte das Gelände durch Klaus Klepper geräumt sein. Das besagt ein Vertrag mit der Stadt, die das Gelände mit der Abbruchoption gekauft hat (wir berichteten). Auf SVZ-Nachfrage erklärt Bürgermeister Arne Schuldt: „Die Frist kann durch den Vertragspartner aufgrund naturschutzrechtlicher Belange nicht gehalten werden. Die Barlachstadt Güstrow befindet sich zur Anpassung des Vertrages in Verhandlung mit Herrn Klepper. Die abschließende Entscheidung zur Vertragsänderung trifft die Stadtvertretung. Dies ist frühestens am 11. September möglich.“

Bürgermeister Schuldt sieht in dem Zeitverzug kein Problem, ist doch der Stahlhof seit Mitte der 1990er-Jahre durch eine unrechtmäßig vollzogene Enteignung Kleppers und eine falsche Entwicklungssatzung durch die Stadt in seiner Entwicklung gestoppt. „Da kommt es auf die paar Monate auch nicht an“, so Schuldt.

Landkreis-Sprecher Kay-Uwe Neumann bestätigt, dass Anfang Juli die gutachterliche Prüfung abgeschlossen und eine Abbruchgenehmigung erteilt wurde. Die war nach einer Vorort-Besichtigung durch die Untere Naturschutzbehörde Ende April gefordert worden, weil Mängel bei der naturschutzrechtlichen Prüfung durch den beauftragten Gutachter festgestellt wurden (wir berichteten). Neumann bestätigt weiter, dass die Genehmigung unter Auflagen erfolgte. So darf der Abbruch nicht vor dem 15. September bzw. die vorbereitende Rodung der Gebüsche sowie die Baufeldberäumung nicht vor dem 15. Juli realisiert werden. Neumann weiter: „Die Arbeiten sind bis 30. März 2015 abzuschließen. Diese Auflagen dienen dem Schutz brütender Vögel und in den Gebäuden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit lebender Fledermäuse. Ausgleichsmaßnahmen sind zu treffen.“

Klaus Klepper bestätigt das, was der Bürgermeister sagt, und dass die Untere Naturschutzbehörde mit Auflagen die Abbruchgenehmigung erteilt hat. Er, Klepper, werde die nächsten Tage Nistkästen anbringen, auch wenn laut Gutachten keine Fledermäuse und andere schützenswerte Vögel nachgewiesen worden seien. Aber es könnte ja trotzdem sein, will sich Klepper nicht näher äußern. Sein Zeitplan orientiert sich an der Genehmigung und den Vorgaben sowie am Beschluss der Stadtvertretung.


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