Heisser Draht : Fischaufstieg braucht Wasser

Der Wasserstand im Mühlbach sorgt seit Jahren für Diskussionen.
Der Wasserstand im Mühlbach sorgt seit Jahren für Diskussionen.

Anwohner beklagt: In trockenen Jahren wird der Mühlbach immer wieder zum Rinnsal

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05. November 2014, 06:00 Uhr

Lange schon und immer wieder ärgert sich Rudolf Hartwig (92) aus der Kastanienstraße über den Zustand des Güstrower Mühlbaches. „Früher hatte der Bach sauberes Wasser, 60 bis 70 Zentimeter, und Fische“, berichtet er. Wohl alle zwei Jahre, so meint er sich zu erinnern, wurde der Bach ausgebaggert. „Heute ist kaum Wasser drin. Es ist eine Kloake, die stinkt“, sagt der 92-Jährige. Im Sommer, wenn die Sonne brennt, sei es besonders schlimm. Entlang des Mühlbaches fühle man sich belästigt. „Ich fange ständig Ratten“, klagt Rudolf Hartwig und vermutet, dass dem Mühlbach das Wasser fehlt, weil es andere, womöglich private Interessen gebe.

Abgesehen davon, dass der Mühlbach über die Jahre mit wenig Wasser immer mal ganz trocken zu fallen drohte und es auch in diesem Jahr lange Zeit wenig Wasser von oben gegeben hatte, kann Edgar Held vom Wasser- und Bodenverband Nebel das „besondere Interesse“ aufklären. Es ist der Fischaufstieg, der nahe Kirch Rosin entstanden ist und mit Wasser versorgt werden muss. In normalen Zeiten sei das kein Problem, so Held, bei Wasserknappheit aber schon. Der Mühlbach würde dann darunter leiden. Andererseits sei ein Fischaufstieg ohne Wasser ziemlich sinnlos. Das Fließgewässer, der Teuchelbach, käme von Bellin, erreiche den Kirch Rosiner See und teile sich am Auslauf: ein Teil fließe in Richtung Nebel, der andere zum Inselsee und dann mit verschiedenen Bezeichnungen (Kanal, Mühlbach, Schlossgraben, Stadtgraben usw.) Richtung Nebel, erklärt der Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Nebel.

Den Ursprung für die Rattenpopulation sieht Held eher anderswo. Denkbar wären Kleingärten, wenn dort Essensabfälle auf dem Komposthaufen landen.

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