Wirtschaft : Firmenchefs wollen mehr als Worte

OB Roland Methling (l., parteilos) stellt sich gegen die Wahl von Steffen Bockhahn (Linke).
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OB Roland Methling (l., parteilos) stellt sich gegen die Wahl von Steffen Bockhahn (Linke).

Regionalkonferenz zum Wirtschaftsraum Rostock: IHK-Chef fordert bessere Zusammenarbeit zwischen Hansestadt und Landkreis

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04. Dezember 2014, 05:00 Uhr

Die Hansestadt und der Landkreis Rostock – in Sachen Verwaltung sind das zwei getrennte große Behörden. Die Wirtschaft aber will die Region viel stärker zusammenbringen. Vor diesem Hintergrund hat der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rostock, Claus Ruhe Madsen, am Dienstag mehr gemeinsame Verantwortung angemahnt. Das sei vor allem bei der Suche nach neuen Investoren und bei Firmenansiedlungen wichtig.

„Es muss hauptsächlich darum gehen, dass Firmen in unsere Region investieren – ganz egal, ob in der Hansestadt Rostock oder im umliegenden Landkreis. Doch genau dabei hapert es zwischen beiden Partnern“, sagte Madsen bei der IHK-Regionalkonferenz in der Hansestadt. „Nur Lippenbekenntnisse bringen uns keine neuen Investitionen.“

Die Konferenz mit rund 100 Unternehmern und Wirtschaftsförderern sowie zahlreichen Kommunalpolitikern stand unter dem Thema „Wirtschaftsraum Rostock – Zukunft gemeinsam gestalten“. Es sollten künftige Strategien besprochen werden, wie sich kommunale Ziele und Rahmenbedingungen besser abstecken lassen. Was eigentlich als Blick auf die Visionen der kommenden Jahre gedacht war, endete nach knapp drei Stunden jedoch in einer Bestandsanalyse, bei der Hansestadt und Landkreis Rostock ihre bisherige Arbeit in den Vordergrund rückten.

So stellte Landrat Sebastian Constien (SPD) erst einmal die Verwaltungsstrukturen seines Landkreises vor, verwies auf die 9444 im Register verzeichneten Unternehmen. Von ihnen beschäftigen elf 250 und mehr Mitarbeiter. Hinsichtlich der Unternehmensanzahl (7914) hinkt die Hansestadt Rostock zwar hinterher. Sie verfügt im Gegensatz zum Kreis jedoch über deutlich mehr Großfirmen (34). „Wirtschaftliche Anreize zu schaffen, um neue Investoren in die Region zu holen, ist das eine. Die Strukturen vor Ort so zu schaffen, dass die Unternehmen über zufriedene Mitarbeiter verfügen, das andere“, stellte Sebastian Constien heraus. „Kinderbetreuung, Infrastruktur oder flexible Arbeitszeiten – gerade hier können wir in Zukunft viel mehr machen.“

Auch Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) gab diesem Grundsatz seine volle Zustimmung. „Wir können in Zukunft nur gemeinsam etwas erreichen, sind wir doch schließlich die dynamischste Region des Landes Mecklenburg-Vorpommern“, so Methling. Der Oberbürgermeister betonte, dass die Hansestadt entgegen des Landestrends seit 2004 jährlich an Einwohnern hinzugewinne.

Besonderen Handlungsbedarf sieht der Rostocker Rathaus-Chef dabei in erster Linie bei der Bereitstellung von Wohnraum. Seine Vision: Die Hansestadt könne in naher Zukunft auf 225 000 Einwohner wachsen.

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