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Flughafen Rostock-Laage : Finanzielles Bekenntnis zum Flughafen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Kreistag akzeptiert Forderung des Landes / Landkreis als Flughafen-Gesellschafter zahlt auch 2014 einen Verlustausgleich von 640 000 Euro

Der Landkreis Rostock steht zu seiner Verantwortung als Gesellschafter der Flughafen Rostock-Laage-Güstrow GmbH. Die Mitglieder des Kreistages beschlossen gestern Abend in Bad Doberan mehrheitlich, das Haushaltssicherungskonzept zu ändern und anders als vorgesehen weiterhin bis 2017 die Verluste des Flughafens mit 640 000 Euro jährlich auszugleichen. Damit entspricht der Kreistag der Forderung des Landes, das Anfang des Jahres einen Betriebskostenzuschuss für den zivilen Flughafen in Höhe von einer Millionen Euro jährlich bis 2017 ankündigte, dies aber an die Bedingung knüpfte, dass auch die Gesellschafter – neben dem Landkreis die Hansestadt Rostock und die Stadt Laage – Jahr für Jahr zusammen 1,8 Millionen Euro aufbringen. Der Landkreis wird seinen Teil dazu beitragen und eine mögliche Insolvenz des tief in den roten Zahlen steckenden zivilen Flughafens vorerst abwenden. Der hatte im vergangenen Jahr ein Defizit von 2,6 Millionen Euro erwirtschaftet. Künftig wären Gesellschafter und Land gemeinsam auf ein Defizitausgleich von 2,8 Millionen Euro eingestellt.

Im Haushaltsicherungskonzept, ein Regelwerk mit deren Hilfe die finanzielle Schieflage des Landkreises in absehbarer Zeit wieder ins Lot gebracht werden soll, war eine Absenkung des Zuschusses vom Landkreis an die Flughafen GmbH von bisher 640 000 Euro auf 400 000 Euro im Jahr 2017 vorgesehen. In diesem Jahr sollten noch 550 000 Euro gezahlt werden. Die Summe wird jetzt um 90 000 Euro aufgestockt. Als Deckungsquelle wurde die Kreisumlage – Geld, das die Kommunen an den Landkreis überweisen, damit der Aufgaben, von denen auch sie profitieren, erledigen kann – benannt.

Über den Wert des zivilen Airports als wichtiger Faktor für die Wirtschaftsförderung waren sich u.a. Karin Schmidt, Die Linke-Fraktionsvorsitzende, Uwe Heinze (SPD) und CDU-Fraktionsvorsitzender Fred Ibold einig. Der ehemalige Laager Bürgermeister Heinze sprach von einer Erfolgsgeschichte und einer ungeheueren Chance über einen Zeitraum von vier Jahren Planungssicherheit für den Flughafen zu schaffen. Die sei notwendig, um mehr Flugverkehr zu organisieren. Kreistagspräsidentin Ilka Lochner-Borst, die sich als Bürgermeisterin des Mitgesellschafters Laage einbrachte, wollte dem Spatz aus der Hand der Landesregierung dem Vorzug gegenüber der Jagd nach der Taube auf dem Dach – ein Einstieg des Landes als Gesellschafter; immer wieder gefordert. Sie sehe ein Umdenken in Schwerin und die Chance, den Flughafen zu stabilisieren und seine Wirtschaftlichkeit zu entwickeln.

Rüdiger Zöllig fehlt dagegen ein Konzept für die Zukunft des Flughafens Rostock-Laage und für den Luftverkehr im Land insgesamt. „Ich sehe nur ein Konzept: Hoffnung“, stellte er fest. Das reiche ihm nicht aus. 90 000 Euro sollte der Landkreis besser in soziokulturelle Projekte und die Sanierung der Kreisstraßen stecken, empfahl der Grüne-Fraktionsvorsitzende. Bei namentlicher Abstimmung verweigerten sich 15 Kreistagsmitglieder quer durch die Fraktionen, 37 stimmten einer Rettung des angeschlagenen Airports zu.


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erstellt am 23.Jan.2014 | 06:00 Uhr

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