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Zeitliche Verzögerungen bei Baumaßnahmen : Feldstraße: ab morgen rollt der Verkehr

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Das Sorgenkind unter den Güstrower Straßenbaustellen, die Feldstraße, wird morgen wieder für den Verkehr freigegeben. Darüber freuen sich die Anwohner - auch wenn noch lange nicht alles fertig ist.

svz.de von
erstellt am 19.Dez.2012 | 07:02 Uhr

Güstrow | Heute um 10 Uhr erfolgt für die Feldstraße in Güstrow die Abnahme. Ab morgen ist die Straße für den Verkehr freigegeben. Darüber freuen sich Anwohner wie Klaus Bartels. Der wohnt seit 20 Jahren dort. "Die Straße musste ja mal saniert werden. Sie hatte es nötig", sagt er. Dass nicht alles glatt ging, versteht er. Denn die Feldstraße war bei den Straßenbaustellen in Güstrow in diesem Jahr das Sorgenkind und wird auch nicht komplett fertig.

Das bestätigt Dierk Schröder, Sachgebietsleiter Straßenverkehr in der Kreisverwaltung. Gründe waren ein deutlich verzögerter Baubeginn und verspätete Fördermittelbescheide. "Ein weiteres Problem", so Schröder, "war die Gasleitung in der Straße. Sie war so marode, dass sie vollkommen erneuert werden musste." Deshalb ist der linke Gehweg Richtung Gülzow nicht fertig geworden. "Das wird im Frühjahr erledigt", so Schröder. Klaus Bartels, dessen Haus bis dahin auch ohne Gehweg bleibt, kann dem sogar etwas Gutes abgewinnen. Bartels: "Ich brauche keinen Schnee wegräumen."

Gesägte Pflastersteine nicht geliefert

Die Feldstraße ist die letzte sanierte Straße in Güstrow, die 2012 fertig wird. Die weiteren waren die Verlängerung der Ulrichstraße als innerstädtische Umgehung zwischen Elisabethstraße und Speicherstraße, die Wendenstraße, die Ulmenstraße, der Brunnenplatz und der erste Bauabschnitt der Schnoienstraße. In diese Bilanz gehört auch der erste Themenbereich der Erlebnisvielfalt Inselsee. Jane Weber, Leiterin des Stadtentwicklungsamtes: "Der Drehsteg und die drei Bootsanleger Kurhaus, Klubhaus und Fährhaus wurden fertig gestellt." Insgesamt wurden 4,5 Millionen Euro investiert.

Allerdings ging das nicht ohne Probleme ab. An den meisten Baustellen gab es zeitliche Verzögerungen. So wurden für die Schnoienstraße bestellte gesägte Pflastersteine nicht geliefert. In der Ulmenstraße waren es wie woanders auch die Witterung und der schlechte Baugrund, die die Freigabe um 14 Tage verzögerte.

Über die Arbeiten am Brunnenplatz beschwerte sich u.a. Silke Kühl in einem "Heißen Draht" unserer Zeitung. Sie kritisierte, dass sie als Anwohnerin nicht rechtzeitig über die Terminverschiebung informiert wurde. Jane Weber erklärte den Zeitverzug u.a. damit, dass einige zusätzliche Trockenlegungen an Häusern erfolgen mussten. Statt am 30. November wurden die Arbeiten am 10. Dezember beendet. Allerdings immer noch nicht alle. Das trifft auch auf andere Baustellen zu. Pflanzarbeiten fehlen z.B. noch. Auch konnte wegen des Wetters teilweise das Pflaster nicht verfugt werden.

Am Drehsteg am Inselseekanal, der die alte Elefantenbrücke ersetzt, verzögerte sich der Bau wegen eines Lagers, das die Drehbewegung gewährleistet. Es musste extra angefertigt werden. Dadurch verteuerte sich der Bau erheblich und Fördermittel für die Erlebnisvielfalt Inselsee mussten nachträglich beantragt werden. Der Stegebau am Inselsee kam durch nicht ausgereichte Fördermittel ins Stocken. Beim Steg am Ex-Fährhaus gab es zudem Materialprobleme beim Baubeginn und dann wurden Bohlen gestohlen, die wiederbeschafft werden mussten.

Wenden- und Ulmenstraße: Gehwege ein Kostenproblem

Der Steg am Klubhaus musste für den Kutter verlängert werden. Die Plattform für den Einstieg wird über eine feste Gangway erreicht. Der Steg an der Bootsausleihe wurde bereits vor einigen Jahren erneuert. Hier wurden Fahrradständer aufgestellt, Geländer angebracht sowie ein Zaun, Tore und eine Slipanlage für die Boote gebaut. Alle vier Vorhaben hängen mit den Fahrten des Inselsee-Kutters zusammen. Ohne Drehsteg und die drei anderen Stege könnten sie nicht stattfinden.

Stark in der Kritik steht die Wenden straße, die seit 28. November wieder befahrbar ist. Helga Boner z.B. (wir berichteten) forderte auf einer Einwohnerversammlung in Dettmannsdorf einen Einbahnstraßenverkehr. Außerdem sollen die Schulbusse dort - 20 täglich - nicht mehr fahren. Bürgermeister Arne Schuldt macht wenig Hoffnung, dass das verändert wird. Um das Problem Gehweg und Bäume will er sich kümmern. Wurzeln haben dort die Gehwegplatten angehoben und beeinträchtigen die Sicherheit der Fußgänger.

Das Problem Gehweg in der Wendenstraße, aber auch in der Ulmenstraße, sei entstanden, so Jane Weber, weil beide Straßen nicht komplett grundhaft erneuert wurden. Das Problem ist das Geld. Es reichte nicht aus. Es gebe aber auch einen Vorteil für die Anwohner. Sie seien, so Weber, laut Straßenausbaubei tragssatzung nicht an den Kosten beteiligt worden.

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