Agrofarm Lüssow : Feiern gegen die Milchkrise

Hoffen am Freitag auf viele Besucher beim Tag des offenen Betriebes in Lüssow: Wencke Ladwig, Lars-Peter Loeck und Julia Prützmann (v.l.)
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Hoffen am Freitag auf viele Besucher beim Tag des offenen Betriebes in Lüssow: Wencke Ladwig, Lars-Peter Loeck und Julia Prützmann (v.l.)

Agrofarm Lüssow begeht 25-jähriges Bestehen am Freitag mit einem Tag des offenen Betriebes.

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20. Juni 2016, 20:30 Uhr

„Motivation ist in dieser Krise alles“, ist Lars-Peter Loeck überzeugt. Da ist der Vorstandsvorsitzende der Agrofarm eG Lüssow mit seinen Vorstandskolleginnen Wencke Ladwig und Julia Prützmann auf einer Linie. Auch wenn es sich nach Loeck um „die schwerste Krise der Milchwirtschaft seit der Wende“ handele, so wolle man doch zeigen, „dass wir diese Krise überleben werden“. Trotz des extrem niedrigen Milchpreises von aktuell 20,5 Cent pro Liter lädt die Agrofarm Lüssow deshalb am Freitag von 10 bis 14 Uhr anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens zum Tag des offenen Betriebes ein.

„Wir wollen zeigen, dass es uns noch gibt und dass es uns weiter geben wird“, unterstreicht der 40-jährige Loeck. „Und dass wir hier keine Massentierhaltung machen, dass wir keine Tierquäler oder gar Menschenvergifter sind“, schiebt Julia Prützmann hinterher. Präsentieren und demonstrieren will die Agrofarm an diesem Tag ihren modernen Milchviehbetrieb mit modernen Arbeitsplätzen und modernen, teuren Maschinen. Zahlreiche Stände sind angekündigt, zudem eine Rundum-Essensversorgung sowie Tiere zum Anfassen, eine Strohhüpfburg, Technikausstellung und Feldrundfahrten und Betriebsführungen. „Zudem haben wir umliegende Kitas und Schulen eingeladen, weil wir den Bezug der Landbevölkerung zur Landwirtschaft fördern wollen“, sagt Loeck. „Wir wollen mit der Jugend den Betrieb betreiben und junge Leute ausbilden.“

52 Mitarbeiter hat die Agrofarm gerade und acht Auszubildende. 900 Kühe und noch einmal so viel Nachzucht stehen in den Ställen zwischen Lüssow und Groß Schwiesow. Und das soll auch trotz Milchkrise so bleiben. Entlassungen soll es nicht geben. Aber: „Die Krise ist natürlich auch finanziell für unsere Mitarbeiter zu spüren. Wir überlegen u.a., ob wir dieses Jahr Weihnachtsgeld zahlen können“, sagt Loeck. Täglich fährt die Agrofarm gerade Verluste ein, obwohl die Milchleistung in den vergangenen Jahren konsequent gesteigert wurde. 25 000 Kilogramm Milch verlassen jeden Tag den Betrieb. „Mit 35 oder 36 Cent pro Liter würden wir klarkommen“, sagt Julia Prützmann. Ihre Strategie in diesen schweren Zeiten für Milchviehbetriebe: „Jeden Tag fleißig weiterarbeiten und hoffen, dass die Leistungsstarken die Krise eher überstehen.“

Der Betrieb versucht zudem gerade neue Einnahmequellen zu erschließen. „So wollen wir mit einer Windenergiefirma den Windpark Groß Schwiesow modernisieren mit größeren und leiseren Anlangen“, kündigt Loeck an. Und ihr Vertrauen in die Zukunft beweist die Agrofarm Lüssow auch durch ihre Investitionsvorhaben. Noch dieses Jahr sollen neue Melktechnik angeschafft sowie ein Fahrsilo und ein neuer Güllebehälter gebaut werden.

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