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Güstrower Anzeiger

18. Oktober 2017 | 00:33 Uhr

Karneval up Platt : Fasching un Karneval

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Plattdütsche Geschichten über Fasching: Erzählt von Behrend Böckmann / 3. und letzter Teil

Wi hemm’ markt, dat sik in dei reformierten Gägenden – as taun Bispill Mäkelnborg – dat Brukdaum ut’e Heidentiet un Middelöller tau Faslamfiern wannelt hemm’. Ok von dei Fastnachtsvöllerie is nich väl bläben. Man hürt un kann dat läsen, dat dat bet inne 30er Johren noch Gräunkohläten mit Lungenwust un Schwiensback orrer anner rökelt Fleisch up’n Disch keem. Un hier un dor is in’n Hornung noch’n Stutenritzer tau finnen, dei in sienen Laden Heitweggen, mancherurts ok Böller orrer Pummel verköpen deit. Disse lütten runden Kauken ut sonn Oort Stutendeich würn dörch dei Gest ganz locker un na’t Backen gliek mit Zucker bestreut, dormit dei denn ok haken bleef. Heitweggen würn ok in Stücke räten, in warme Melk inweikt un denn äten.

Inne kathoolschen Gägenden hengägen – as taun Bispill in’t Rheinland – is ut dei Fastnachtsdriewerie dei Karneval mit dei drei dullen Daach, denn Rosenmasndach, Fastnachtsdingsdach un Aschermittwoch entstahn. Dörch ein Reform wür 1823 dei organisierte un von baben œwerwakte Karneval inführt. Un so hett sik dei vierte Johrestiet entwickelt. Näbenbi anmarkt, dei Rosenmandach hett gor nicks mit dei Blaum tau daun, denn disse Nåm’ kümmt von dat rhein’sche Dauwurt „rosen“ wat soväl as ümhermallen, rümdalwern orrer rümdullen bedüden deit. An dissen Dach sall jederein noch mål vör dei Fastentiet so ornlich sienen Spåß hemm’ un so is dei Rosenmåndach dei allergrötste Karnevalsdach in’t Rheinland worden.

Dörch dei Siedlungsbewägung inne 20er un 30er Johrn keem dei rhein’sche Karneval ok na Mäckelnborg. Rheinlänner keemen na Raden, Hessen na Zarnewanz bi Tessin un Dithmarscher na Wardow un sei hemm’ ehr Brukdaum mitbröcht. So wür taun Bispill in Raden Karneval as in’t Rheinland fiert.

Nå denn Tweiten Weltkrieg sünd so pö a pö an välen Urten Karnevalsclubs, so in Döms un Lübz, Goldbarch un Markgrafenheid, in Schwaan un Stemhagen, in Güstrow, Laage un süss noch wo entstahn. Prinzenpor, Elferrat, Funkenmariechen, Büttenräden, Musik, Ümtöch, Konfetti un Bonger sorgen nu ok in Mäkelnborg na’t Kölner un Mainzer Vörbild för gaute Ünnerhollung. Un villicht schmitt dei ein un anner Karnevalsklub ok mal ’n Och na Venedig. Dor lött sik ok so allerlei afkieken.

Un so as sik dei hütige Karneval ut oll Fastnachtsbrukdaum entwickelt hett, ward ok dat Fasten hütigendachs anners seihn. Heilfasten un Gesundfasten, Verzicht up Fiernseihn un Sex, Wader anne Städ’ von Wien un Koem, nich inne Disco gahn, eiwer mal ’n Hiring as ’n dicke Schief Karbonad’ äten usw.


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