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Ins Atelier geschaut : Farben –mehr als ein Augenblick

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Malerin Heike Schubert in Lelkendorf

svz.de von
erstellt am 15.Sep.2014 | 06:00 Uhr

Zu Pfingsten, während der Aktion „Kunst: offen“ erfüllte sich für Heike Schubert ein lang gehegter Traum. Sie eröffnete ihr eigenes Atelier „Sinnbild“. Zuvor hatte sie mit Hilfe ihres Mannes Thilo Lars und Joachim von Levetzow vom Verein Kultur für Lelkendorf (KfL) Räumlichkeiten einer ehemaligen Produktionsstätte für Kartoffelcontainer liebevoll und mit viel Sinn für Details umgebaut. Verwendet hatte das Trio einheimisches Holz für den Bau einer Hochgalerie, die dem Raum Gemütlichkeit verleiht. „Noch ist nicht alles perfekt. Es fehlen ein Elektroanschluss und fließendes Wasser für die kleine Einbauküche“, sagt die 42-Jährige. Dafür grüßt schon die Morgensonne durch die großen Fenster und animiert die Frühaufsteherin zum Schaffen.

Heike Schubert ist Malerin. Sie wählt für ihre Bilder große, polarisierende Themen wie „Tod und Leben“, „Mann und Frau“, „Licht und Dunkelheit“, die sie im gesellschaftlichen und ganzheitlichen Zusammenhang sieht. Ihre zumeist abstrakten Bilder malt sie in Öl oder Acryl. Ein festes Motiv hat sie zu Beginn des Malprozesses nicht im Kopf. „Das Bild entsteht beim Arbeiten und von Innen heraus“, beschreibt sie ihre Herangehensweise. Dazu gehöre, dass sie beim Malen gern „tönt“, wie sie sagt. „Vor allem am Anfang eines neuen Bildes ist es wichtig, den Körper in Resonanz zu bringen“, sagt sie. Abstrakte Malerei, ist Heike Schubert überzeugt, erfordere eine intensive Beschäftigung der Rezipienten mit dem Kunstwerk. Meist gibt sie für ihre Arbeiten keinen Titel vor, sondern erfragt ihn auf Ausstellungen von ihren Besuchern. Dabei hat die Künstlerin festgestellt, dass die große Mehrheit der Antworten – „70 bis 80 Prozent“ – ihren eigenen Intentionen entspricht.


Malerei, Malkurse und Maltherapie


So sehr Heike Schubert in der Malerei aufgeht, ist sie auch Realist. Sie weiß, dass nicht viele Maler ausschließlich von ihrer Kunst leben können. Ohnehin nicht im dünn besiedelten Mecklenburg-Vorpommern. „Die meisten meiner Arbeiten verkaufe ich in die alten Bundesländer“, sagt die gebürtige Berlinerin, die sich vor zehn Jahren in Mecklenburg-Vorpommern ansiedelte und mit Mann und zwei Kindern in einem ehemaligen Bahnhofsgebäude lebt. Auf ihrer Internetseite (www.sinnbild.org) bietet sie Malferien und –kurse an, wird für Maltherapien in Gesundheitseinrichtungen gerufen und betreut übers Jahr Heilfastenwochen. „Ich habe viele Standbeine, die, so unterschiedlich sie auch sind, miteinander zu tun haben und mich als Künstlerin voranbringen“, sagt sie.

Im Mittelpunkt vieler ihrer Tätigkeiten steht die Farbe. „Die Farbe wird nicht nur über das Auge wahrgenommen, sondern mit dem ganzen Körper“, sagt Heike Schubert. In ihrer kunsttherapeutischen Arbeit spielt die gefühlte, nicht mit dem Auge sichtbare Farbe eine bedeutende Rolle. „Viele Teilnehmer meiner Workshops wussten nicht, dass Farben auch ohne Blickkontakt sichtbar sind“, sagt sie.

Darüber hinaus soll ihr Atelier künftig mehr Inhalte bieten, wie einen Verkaufsshop mit Kunst aus der Region. Dafür will Heike Schubert im nächsten Jahr feste Öffnungszeiten festlegen. „Lelkendorf ist ein Ort mit einem breit gefächerten kulturellen Angebot. Das hat es auch für mich so interessant gemacht. Ich wünsche mir, dass uns nicht nur weitgereiste Gäste besuchen, sondern dass wir auch eine Bereicherung für unsere unmittelbare Nachbarschaft sind“, sagt Heike Schubert.

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