Stiftskirche Bützow : Farbe für Gewölbe im Ostchor

Schlussstein des Chorgewölbes mit seiner reichen polygomen (vielfarbigen) Ausmalung.
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Schlussstein des Chorgewölbes mit seiner reichen polygomen (vielfarbigen) Ausmalung.

Siebter Bauabschnitt bei der Sanierung der Bützower Stiftskirche / Erste Erfahrungen bei der Ausmalung des Innenraums sammeln

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01. Juli 2014, 06:00 Uhr

Sie steigen hinauf auf das Baugerüst, stehen wenig später unter dem riesigen Gewölbe hinter dem Altar in der Bützower Stiftskirche. Architekt Hartmut Böhnke und Pastor Karl-Martin Schabow haben einen „Lokaltermin“ mit Maurermeister Reno Ziebell. Die Bauarbeiten am Nationalen Kulturdenkmal gehen weiter. Am Sonntag, dem 14. September, am „Tag des offenen Denkmals“, können Besucher dann das Ergebnis der emsigen Arbeit bewundern und dazu mehr erfahren.

Mittlerweile ist es der siebte Bauabschnitt am geschichtsträchtigen Gebäude der Warnowstadt. Neben der Sanierung von sechs weiteren Fenstern und der Mauersanierung am Sockel des Turms peilen Architekt und Pastor einen besonderen Abschnitt der Kirchenerneuerung an. Es geht um die farbliche Gestaltung und Ausmalung der Stiftskirche.

Begonnen werden soll damit hier im Ostchor der Kirche hinter dem Altar. Vor einigen Tagen wurden drei verschiedene Sorten Kalkmörtel als Probe aufgetragen. Bei dem Vor-Ort-Termin fällt eine Vorentscheidung, welche der drei Putzproben Verwendung finden soll. Die endgültige Entscheidung wird am heute getroffen, im Beisein von Vertretern des Oberkirchenrates und des Landesamtes für Kultur- und Denkmalpflege.

Dann können die Handwerker loslegen mit der Sanierung des Gewölbes. Später erfolgt die Ausmalung. „Wir halten uns dabei an die Farbgestaltung wie sie bei der letzten Renovierung des Innenraumes um 1860 erfolgte“, erklärt Hartmut Böhnke. Dabei handelt es sich um eine neogotische Formauffassung. Die Gewölbe sind hellblau, Mauerflächen gelb und rot mit Fugenausmalung.

Diese erste Etappe bei der Ausmalung soll zugleich Erfahrungswerte bringen über die zu erwartenden Kosten und die Zeit, die benötigt wird. Denn mit dem Ostchor seien etwa fünf Prozent der inneren Oberfläche saniert. „Das neu ausgemalte Gewölbe soll uns auch Mut machen und ist dann auch repräsentativ“, sagt Pastor Karl-Martin Schabow. „Die Menschen haben dann einen ersten Eindruck davon, wie die Kirche einmal insgesamt aussehen könnte.“

Da der diesjährige „Tag des offenen Denkmals“ am 14. September unter dem Motto „Farbe“ steht, passe das in die Zeit. Die Bützower Stiftskirche wird den Tag mit einem festlichen Gottesdienst beginnen. „Außerdem ist geplant, den Rostocker Restaurator Heiko Brandner nach Bützow zu holen“, so Böhnke. Brander war der erste Vorsitzende des 1993 gegründeten Fördervereins Stiftskirche. Er hat u.a. 2008 die Farbgebung im Innenraum genau unter die Lupe genommen, weiß also sehr viele Details über die farbliche Gestaltung und die Ausmalung der Stiftskirche in den verschiedenen Jahrhunderten. Außerdem sind Führungen durch die Kirche und den historischen Dachstuhl vorgesehen.

Doch das ist noch Zukunftsmusik. Zunächst sind die Bauarbeiter am Zug, damit sich dann im September die Kirche gut präsentieren kann.

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