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Hilfe für Ukraine : Familie Nitzsche bringt Freude nach Mariupol

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Martina und Heinz Nitzsche fahren Sonnabend wieder in die Ukraine – die Not vor Ort ist groß.

Es sind die Armen, die Alleingelassenen und die Kranken, um die sich Martina und Heinz Nitzsche mit ihren Mitarbeitern im Ukrainischen Mariupol seit Jahren kümmern. Gerade mal zwei Wochen war das Ehepaar im heimischen Serrahn, bis sie sich bereits am Wochenende wieder auf den Weg nach Mariupol machten. „Wir haben einige Weihnachtsstollen im Gepäck“, freut sich Heinz Nitzsche. Diese hat er wie viele andere Dinge im Gepäck seines Kleintransporters, um den Hilfsbedürftigen in Mariupol etwas Gutes zu tun.

15 Mitarbeiter arbeiten in Mariupol im Kinder- und Jugendhaus, das vor wenigen Jahren gebaut werden konnte, sind für Sterbende da, kümmern sich um Aidskranke ebenso wie um Zigeuner oder Patienten in der Psychiatrie. Drei Wochen lang waren auch Martina und Heinz Nitzsche vor Ort. „Wir haben wieder zahlreiche Weihnachtsfeiern organisiert. Allein zur Aidskranken-Kinder-Weihnachtsfeier kamen 130 Kinder und 70 Erwachsene“, erzählt Heinz Nitzsche. Das war nur möglich, weil viele Unterstützer in Sachsen und hier in der Region mitgeholfen haben, insgesamt vier Kleinbusse mit Lebensmitteln und Hilfsgütern zu füllen. Hier im Norden war es vor allem die Warener Tafel, die extra einen Aufruf in der Zeitung startete. Aber auch die Kirchengemeinde Serrahn hatte gesammelt.

Auch in einer Schule konnten zwei Weihnachtsfeiern durchgeführt werden. 280 Kinder kamen auch dort zusammen. Wichtig ist Martina und Heinz Nitzsche, dass sie nicht nur für das leibliche Wohl sorgen. Sie wollen dann auch etwas von ihrem Glauben an Gott bezeugen. Pro Woche werden in Mariupol 100 Leute mit Essen, aber auch mit der guten Nachricht von Jesus versorgt. Montags bekommen die Obdachlosen eine Suppe, im Kinder- und Jugendhaus herrscht immer Leben und etwa 400 Patienten sind es allein auf acht Stationen der Psychiatrie, die immer mit bedacht werden.

„Wir sind froh, dass wir im Kinder- und Jugendhaus im Dach zwölf Betten aufgestellt haben. Die sind jetzt wichtig für Kinder, die kein gutes Zuhause haben oder deren Haus kaputt ist“, so Heinz Nitzsche. In Mariupol sei zwar inzwischen alles ruhig, aber nachts seien nicht weit entfernt immer wieder Schüsse zu hören.

2014 war es, als sich 30 Kinder aus der Ukraine in Serrahn erholen konnten und damit dem Krieg und dessen Folgen für einige Wochen entfliehen. „Von denen gehören jetzt vier zu unseren Mitarbeitern“, freut sich Heinz Nitzsche, der unentwegt Geld in Deutschland sammelt, um die aufgebaute Arbeit in der Ukraine an alkohol- oder aidskranken Menschen, an Kindern, Jugendlichen und vielen mehr weiter führen zu können. Für jeden Euro ist er dankbar, denn alles wird durch Spenden finanziert. Es ist aber auch nötig, das stellt das Ehepaar durch ihre Tätigkeit vor Ort immer wieder fest. Im September 2001 waren sie nach Mariupol gegangen, um dort eine ähnliche Arbeit für alkoholkranke Menschen wie in Serrahn aufzubauen.

Besonders kostbar ist für sie, dass auch die Stadt ein Herz für ihre Arbeit hat und ihnen einen kleinen Platz nahe des Kinder- und Jugendzentrums zur Verfügung gestellt hat. „Auf dem wollen wir im Frühjahr Spielgeräte aufbauen“, schaut Heinz Nitzsche ein Stück in die Zukunft. Doch zuerst werden er und seine Frau den Stollen unter den Bedürftigen verteilen und die werden sich darüber sicherlich sehr freuen.


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