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Ernte-Extra : Faible für Tomaten – riesig und exotisch

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Güstrower Uwe Kunkel pflegt Baumtomaten

von
erstellt am 22.Aug.2014 | 14:23 Uhr

Der Besucher im Garten von Uwe und Renate Kunkel kommt aus dem Staunen gar nicht heraus: Ein Tomatenbaum ist mehr als drei Meter hoch. Eine Tomate im Topf misst exakt 3,18 Meter und ein Kürbis hängt im Zaun.

Erst einmal überrascht, wie viel Grün sich hinter den Fassaden an der Plauer Straße verbirgt. Auf verschiedenen Ebenen haben die Kunkels eine Terrasse mit mediterranen Pflanzen, einen Obstgarten mit Äpfeln, Pflaumen, Birnen, einer Aprikose als Spalier an einer geschützten Mauer sowie Himbeeren und Brombeeren. Dazu kommt ein Gewächshaus mit Tomaten und Gurken. Darüber hinaus nutzt Uwe Kunkel jedes noch so kleine Eckchen, um weiteren Tomaten im Boden und in Töpfen ein munteres und produktives Dasein zu gestatten. Dem Kürbis ist es hinter dem Gewächshaus wohl ein bisschen eng geworden – immerhin muss er sich den Platz mit der kleinen Kompostanlage teilen. Die Pflanze rekelt sich am Zaun entlang. Ein schon recht stattliches Exemplar hängt jenseits des Maschendrahtes.


Tamarillo braucht acht Monate bis zur Reife


Mit Recht stolz ist Uwe Kunkel auf seine Baumtomate. Die Tamarillo oder Baumtomate (Solanum betaceum) gehört zu den Nachtschattengewächsen und trägt kleine, eiförmige rote oder gelbe Füchte. In einem riesigen Topf misst die Pflanze inzwischen mehr als drei Meter und trägt unzähligen Früchte. „Er blüht von Juni bis Oktober. Die Früchte brauchen aber acht Monate, um zu reifen“, erklärt der 75-Jährige. Das sei in nördlichen Gefilden nicht einfach. Also wurde der Tomatenbaum im vergangenen Herbst ins Ferienhaus bugsiert. „Weniger als sieben Grad Celsius sollten es nicht sein“, sagt Uwe Kunkel. Der Baum werfe über Winter seine Blätter ab. Dann würden allein die Früchte am Baum hängen. In diesem Jahr will er sich die Tortour allerdings ersparen. Der Baum wird beschnitten, bevor er ins Winterquartier kommt.


Insekten zur Bestäubung anlocken


Um die Fruchtbildung bei Gurken und Tomaten im Gewächshaus anzuregen, hat Uwe Kunkel einen besonderen Tipp. Am Eingang zum Gewächshaus stehen zwei Porzellanblumen in Töpfen. „Ihr Duft lockt nachts die Insekten an, die die Pflanzen bestäuben“, erklärt der passionierte Hobbygärtner, der schon als Kind seinem Großvater im Garten zu Hand ging und einen hervorragenden Biologie-Lehrer hatte. Ein kleines Fenster bleibe immer offen.

Die doch beträchtliche Erntemenge erschreckt Uwe Kunkel nicht. Alle Nachbarn würden sich über Tomaten freuen. Sie werden pur gegessen und zu Saft und Ketchup verarbeitet. Um sich nicht zu verzetteln, so formuliert es Uwe Kunkel, habe er in diesem Jahr nur sechs verschiedenen Tomatensorten, darunter die schwarze Tigarella. Und wenn die „normalen“ Tomaten abgeerntet sind, kommen ja noch die Baumtomaten. Orange-gelb färben sich die Früchte. Für die richtige Süße brauche es viel Sonne. Was den Geschmack anbelangt, könne man mit sonnenverwöhnten Tomarillos in Südeuropas sicher nicht mithalten, aber viel Freude mache die Kultur der Baumtomate dem Hobbygärtner auf jeden Fall.



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