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Radwege MV : Fahrradfahrer kämpfen für Radweg

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Anwohner aus Kritzkow, Kuhs, Sarmstorf und den umliegenden Orten demonstrierten für einen Radweg entlang der B 103.

von
erstellt am 01.Jul.2016 | 20:30 Uhr

Kurz vor 15 Uhr sammelten sich heute an der Bushaltestelle in Kritzkow zahlreiche Fahrradfahrer mit einem Ziel: Die erste Fahrraddemo für den Bau eines Radwegs an der Bundesstraße 103. Seit nunmehr 20 Jahren wünschen sich die Anwohner in Kritzkow, Kuhs und Sarmstorf einen Radweg nach Güstrow.

„Jedes Mal, wenn die Straße gemacht wurde, hat man uns einen straßenbegleitenden Radweg versprochen – das ist aber nie passiert“, sagt Sarmstorfs Bürgermeisterin Marita Breitenfeldt und fügt hinzu: „Wir wollen hiermit ein erstes deutliches Ausrufezeichen setzen – es wird Zeit, dass etwas passiert“. Zudem deutet sie an, dass das nur eine von vielen Aktionen der Einwohner sein wird. Eine Verkehrszählung im Jahr 2010 ergab, dass täglich 8500 Fahrzeuge diesen Streckenabschnitt passieren – viel zu gefährlich für Radfahrer. So sieht es auch Jennifer Janoschka aus Sarmstorf. Die Mutter einer neunjährigen Tochter und eines fünfjährigen Sohnes hofft, dass diese Aktion etwas bewirkt. „Von hier es nicht weit bis nach Güstrow, aber ohne Radweg werde ich meine Kinder immer mit dem Auto zu Freunden oder ins Kino fahren müssen“, sagt sie.

Auch in Richtung Laage fehlt der Radweg entlang der B 103. Angelika Matz kennt das Problem nur zu gut, ist sie doch selbst 15 Jahre lang zwischen Weitendorf und Kritzkow mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren. „Ich fahre gerne Rad, aber diese Straße ist einfach gefährlich“, sagt sie und nahm wie selbstverständlich an der Demonstration teil. „Ich will ein Zeichen setzen“, betont sie. Auch Iris Both war extra aus Weitendorf gekommen, um zu demonstrieren. „Ich setze mich schon sehr lange für einen Radweg ein und habe heute extra früher Feierabend gemacht, um dabei zu sein“, sagt die Weitendorferin.

Auch im Amt Güstrow-Land sei der Wunsch nach einem Radweg entlang der B 103 hinlänglich bekannt, weiß Sabine Schwarz, Leitende Verwaltungsbeamtin des Amtes. „Leider haben wir als Amt keinen Einfluss darauf, weil es sich um eine Bundesstraße handelt, können den Wunsch aber gut verstehen“, sagt sie weiter. Es gäbe auch keine alternativen Radweg-Routen. Der Radweg stand schon zwei Mal ganz oben auf der Prioritätenliste – umgesetzt wurde er nicht. „Mit dem Wechsel des Straßenbauamtes nach Stralsund ist das jetzt erst richtig in Vergessenheit geraten. Das wollen wir nicht hinnehmen“, gibt sich Marita Breitenfeldt kämpferisch.

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