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Öffentlicher Dienst : Fachhochschule Güstrow stößt an ihre Grenzen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

400 Neuanstellungen führen zu Platzmangel und Dozentenknappheit: Mietcontainer und Mittel aus dem Hochschulpakt sollen Abhilfe schaffen.

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erstellt am 18.Feb.2017 | 09:00 Uhr

Rund 400 Neueinstellungen erwartet die Güstrower Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege in diesem Jahr – fast doppelt so viele, wie noch im Vorjahr. Einen großen Anteil machen daran die Anwärter der Landespolizei aus. 288 sollen im Herbst ihre Laufbahn im mittleren und gehobenen Dienst beginnen – noch einmal 47 mehr als 2015.

„Lange hat man weniger als 100 Anwärter eingestellt – jetzt ändert sich das deutlich. Für uns eine große Herausforderung, aber auch eine hervorragende Trendwende im öffentlichen Dienst“, schätzt Dr. Marion Rauchert, Direktorin der Güstrower Fachhochschule, ein. Die Rahmenbedingungen hätten sich deutlich verändert. Terror, Internetkriminalität und Gewaltexzesse beim Fußball würden dieses Umdenken notwendig machen, erklärt sie weiter.

Auch begrüßt Marion Rauchert die Erhöhung der Einstellungszahlen im Bereich der öffentlichen Verwaltung. Für das Land werde eine weitere Klasse eingestellt. Auch in diesem Bereich zeichnen die regulären Altersabgänge und der demografische Wandel ein deutliches Bild. „Bei einer so hohen Zahl an geplanten Neuanstellungen, müssen wir uns anstrengen und um jeden Bewerber kämpfen – die Konkurrenz, auch aus den anderen Bundesländern, ist groß“, erklärt die Hochschuldirektorin. Wichtig für die Bewerber seien dabei stets die Perspektiven im Land „und die sind zweifelsohne gut“, macht Rauchert deutlich. Abwechslungsreiche Tätigkeiten, Sicherheit, Entwicklungsperspektiven und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stehen bei den Bewerbern hoch im Kurs.

„Auch die Fachhochschule hat Einiges zu bieten. Als Campushochschule liegt bei uns alles dicht beieinander, das Konzept der Betreuung in Seminargruppen geht auf und durch die vier neuen Professoren bekommt auch der Bereich Forschung Aufwind“, ergänzt sie. Dass die Schule zukünftig jedoch auch an ihre Kapazitätsgrenzen stößt, verheimlicht Rauchert nicht. „Wir platzen bald aus allen Nähten“, zeichnet sie ein anschauliches Bild.

„Ab dem 1. Oktober haben wir einen Mehrbedarf an 17 Seminarräumen“, macht Rauchert deutlich und fügt hinzu: „Darum sind wir mit dem Finanzministerium übereingekommen Mietcontainer anzuschaffen.“ Diese werden nur gemietet, stellt die Direktoren mit Nachdruck klar. „Wir wollen weiter nachhaltig sanieren. Die Containerlösung ist nur eine Überbrückung“, sagt Rauchert weiter. Dies deckt sich mit einer Anfrage des Landtagsabgeordneten Torsten Renz an das Finanzministerium. Aus der Stellungnahme des Ministeriums gehe hervor, dass die zwei angrenzenden Liegenschaften – darunter das ehemalige Säuglingsheim – künftig möglicherweise zur Erweiterung der Fachhochschule dienen sollen. „Eine Projektgruppe aus verschiedenen Ministerien ist bereits eingesetzt worden und prüft die Voraussetzungen“, berichtet Renz.

Um den Betreuungsschlüssel der Auszubildenden und Studierenden weiterhin gewährleisten zu können, seien Dozentenstellen im zweistelligen Bereich und zusätzlich abgeordnete Kräfte aus dem Land nötig. „Wir hoffen hier auf Mittel aus dem Hochschulpakt für die Finanzierung von Dozentenstellen“, ergänzt Marion Rauchert.

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