Güstrow : Ex-Berufsschule als Wohnhaus

In die Ex-Berufsschule für sozialpädagogische Berufe am Ulrichplatz 7/8 zieht wieder Leben ein. Der Warener Fred Muhsal hat dort 20 altersgerechte Wohnungen gebaut. Ende des Monats werden die Arbeiten beendet.

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23. Juli 2014, 06:00 Uhr

In die ehemalige Berufsschule für sozialpädagogische Berufe am Ulrichplatz 7/8 zieht wieder Leben ein. Der Warener Fred Muhsal, der auch die Gleviner Straße 23 bis 25 saniert (wir berichteten), hat dort 20 altersgerechte Wohnungen gebaut. Ende des Monats werden die Arbeiten beendet. Dann hat Fred Muhsal vor, zu einem Tag der offenen Tür einzuladen. Muhsal entschied sich zu diesem Vorhaben, weil der Bedarf für solche Wohnungen da ist und er damit gute Erfahrungen gemacht hat. „Ich habe schon Schulen, Hotels und Kindergärten zu altersgerechtem Wohnen umgebaut“, erklärt er dieses Engagement in der Barlachstadt.


Bedarf nach solchen Wohnungen


Für die Ex-Berufsschule entschied er sich, weil sie sich als zweistöckiger Bau sehr gut eignete, kleine Wohnungen zwischen 25 und 50 Quadratmetern auszubauen. Dazu kommt in jeder Etage ein Gemeinschaftsraum. „Dort können die Mieter spielen, kochen oder einfach nur zusammensitzen. Wenn sie es nicht mehr wollen, können sie sich wieder in ihr Reich zurückziehen“, beschreibt der Investor sein Konzept. Zu dem Gebäude gehört ein Hof und es gibt einige Balkone und Terrassen.

Überrascht wurde Fred Muhsal – im Gegensatz zu seinem Projekt in der Gleviner – von der guten Bausubstanz, so dass die Bausumme unter einem siebenstelligen Betrag blieb. Ein bisschen mehr als gedacht musste Fred Muhsal dennoch ausgeben, weil die Fassade unter Denkmalschutz steht.

Eine Blick in die Historie gibt Kay-Uwe Neumann, Sprecher des Landkreises, denn vor Muhsal war der Landkreis der letzte Besitzer der Immobilie. „Das Gebäude wurde 1913 als ,Milchwirtschaftliche Zentralstelle Güstrow’ errichtet“, fand Neumann heraus. In den Folgejahren war es u.a. Lehranstalt in der Milchwirtschaft. 1949 ging das Haus in Volkseigentum über und wurde vom Kombinat Milchwirtschaft genutzt. Kay-Uwe Neumann: „Mit dem Kreistagsbeschluss vom 18. September 1990 wurde der Gebäudekomplex Eigentum des Kreises Güstrow. Bis Oktober 2011 beherbergte es die Berufsschule für Sozialpädagogik.“ U.a. wurden die Berufe Erzieher, Heilerziehungspfleger und Sozialassistent ausgebildet. Seit der Schließung erfolgt die Ausbildung im Berufsschulkomplex Güstrow-Bockhorst. Danach stand das Gebäude zum Verkauf. Der Landkreis wollte die Immobilie loswerden, weil sie leer stand, aber trotzdem Kosten verursachte. Alle Verkaufsaktivitäten fruchteten aber nicht. Der Verkehrswert lag über 400 000 Euro. Nach Expertenmeinung tendierte der Marktwert allerdings gegen Null. Auch der Vorschlag der CDU-Stadtfraktion, die Schule als neuen Standort für die Hasenwaldschule zu nutzen, versandete. Bürgermeister Arne Schuldt verweis damals auf eine Kapazitätsanalyse, nach der Güstrow viel zu viel Schulraum hat. „Nicht realistisch“, nannte Schuldt daher damals den Vorstoß der CDU.


Haus steht unter Denkmalschutz


Letztlich beschloss der Kreisausschuss des Kreistages in einem Dringlichkeitsantrag, dass der Landkreis die Berufsschule Ulrichplatz auf der Norddeutschen Grundstücksauktion unter den Hammer bringt. Das Angebot lag bei 50 000 Euro. Mitte 2013 schlug dann Fred Muhsal zu.
 

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