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Gartenabfälle : Ewige Diskussion ums Verbrennen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Gartenabfälle können im Oktober verbrannt werden / Dabei auch an Nachbarn, Tiere und Umwelt denken

von
erstellt am 07.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Rauchschwaden in diesen Tagen sind nicht unbedingt mit typischem Herbstwetter zu erklären. Sie steigen in Dörfern, aber auch in den Städten auf, weil Gartenabfälle verbrannt werden. Das führt auch mal zu Ärger, ganz gewiss aber im März und Oktober jedes Jahr aufs Neue zu Diskussionen. Entfacht wurde diese diesmal im Bützower Raum. Hier war publiziert worden, dass „eine Bestimmung des Abfallrechts … in Mecklenburg-Vorpommern das Verbrennen von Gartenabfällen grundsätzlich verbietet“. Ein Blick auf den Internetauftritt des Landkreises Rostock macht darauf aufmerksam, dass die Pflanzenabfall-Landesverordnung das Verbrennen im März und Oktober unter bestimmten Bedingungen aber gestattet.

In Bützow pocht man darauf, dass es im Landkreis Wertstoffhöfe gibt. Aufgrund dieser Möglichkeit, auch pflanzliche Abfälle zu entsorgen, scheide ein Verbrennen aus. „Immer wieder gibt es Klagen, weil das Verbrennen von Gartenabfällen als Belästigung empfunden wird“, erklärt Klaus Rambow vom Ordnungsamt in Bützow. Und er verweist auf eine diesbezügliche Anordnung vom Landkreis. Diese sei zugegebener Maßen schon einige Jahre alt, aber damit nicht weniger bindend, fügt Rambow hinzu.

Bedauerlicherweise, so heißt es aus dem Kreishaus, sei es ein Merkblatt noch aus Landkreis Güstrow-Zeiten, das heute nicht mehr gelte. Niemand müsse, wie darin dargestellt, eine Genehmigung für das Abbrennen von Gartenabfällen beim Landkreis einholen, betont Kreissprecher Kay-Uwe Neumann. Darauf sei auch das Amt Bützow aufmerksam gemacht worden.

Ein Blick in die Landesvereinigung offenbart den Knackpunkt: Hier heißt es, dass ein Verbrennen von Gartenabfälle im März und Oktober werktags für zwei Stunden in der Zeit zwischen 8 und 18 Uhr zulässig sei, wenn die Nutzung von Entsorgungssystemen (z.B. Wertstoffhöfe) nicht möglich oder nicht zumutbar wäre. Der Begriff „zumutbar“ birgt Auslegungsspielraum in sich.

Grundsätzlich muss es sich um pflanzliche Abfälle handeln, die nicht auf gewerblich genutzten Gartengrundstücken anfallen. Als weitere Voraussetzung gilt, wenn eine Kompostierung der pflanzlichen Abfälle auf dem Grundstück nicht möglich oder nicht zumutbar ist. Beim Verbrennen ist zu beachten, dass es nicht in unmittelbarer Nähe des Platzes, wo die Abfälle lagern, erfolgen darf, um Tiere, die sich möglicherweise bereits eingenistet haben, zu schützen. Wichtig sei auch, informiert die Kreisverwaltung, dass „unnötige Rauchschwaden, die zu einer Belästigung der Nachbarschaft führen können, vermieden werden müssen“. Weiterhin sind die Brandschutzbestimmungen einzuhalten sowie andere Vorschriften wie zum Beispiel Nachbarschaftsrecht, Naturschutzrecht und private Nutzungsrechte zu beachten sind. Geldbußen drohen den Bürgern, die Fremdstoffe (z.B. Sperrmüll oder Bauholz) verbrennen.


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