Speedway Europameisterschaft : Europas Elite zu Gast in Güstrow

Start zum ersten Rennen des EM-Laufes, des bisher größten Ereignisses in der Geschichte des MC Güstrow. Ähnliche Bedeutung hatten nur das Interkontinentalfinale 1971 und der Mannschafts-WM-Vorlauf 1990. Vom Start weg ging Tomasz Gollob (gelb) in Führung, Er siegte vor Maksim Bogdanovs (Lettland, blau), Marin Vaculik (Slowakei, rot) und Christian Hefenbrock (Deutschland, weiß). Weiter geht es in Togliatti (RUS/20. Juli), Holsted (DK/9. August) und Czestochowa (19. September)
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Start zum ersten Rennen des EM-Laufes, des bisher größten Ereignisses in der Geschichte des MC Güstrow. Ähnliche Bedeutung hatten nur das Interkontinentalfinale 1971 und der Mannschafts-WM-Vorlauf 1990. Vom Start weg ging Tomasz Gollob (gelb) in Führung, Er siegte vor Maksim Bogdanovs (Lettland, blau), Marin Vaculik (Slowakei, rot) und Christian Hefenbrock (Deutschland, weiß). Weiter geht es in Togliatti (RUS/20. Juli), Holsted (DK/9. August) und Czestochowa (19. September)

Das Rennen war hochklassig. Alle Fahrer ließen Federn beim Speedwayin Güstrow

svz.de von
06. Juli 2014, 22:30 Uhr

Nicki Pedersen (DK) gewann gestern Abend vor 8000 Zuschauern den 1. Europameisterschaftslauf im Speedway mit 14 Punkten. Zweiter wurde sein Landsmann Peter Kildemand (11) vor dem Polen Janusz Kolodziej (14) und Altmeister Tomasz Tomek Gollob (PL). Pedersen und Kolodziej qualifizierten sich direkt für das Finale, Gollob (1.) und Kildemand (2.) über den Hoffnungslauf vor Saifutdinow (RUS) und Andreas Jonsson (S). Titelverteidiger Martin Vaculik (Slowakei) belegte mit 7 Punkten Rang 10.

Die deutschen Fahrer Martin Smolinski (Olching), ständiger Wildcard-Fahrer in der Serie, und Christian Hefenbrock (Liebenthal), der die Wildcard für Güstrow erhielt, belegten die Plätze 12 und 14 mit 5 und 4 Punkten. Beide holten je einen Laufsieg. Sie enttäuschten nicht. Bei „Hefe“ sprang einmal die Kette ab – Ausfall (Lauf 15). Smolinski hatte eine 1200-Kilometer-Tour aus dem italienischen Terenzano in den Knochen. Er hatte nur zwei Stunden geschlafen. Dort fuhr er mit Deutschland in der Qualifikation im WM-World-Cup mit 33 Punkten hinter dem Gastgeber (36) auf Platz 2. Deutschland schied aus.

Das Güstrower Rennen war hochklassig. Alle Fahrer ließen Federn, keiner holte das Maximum. Zwölf der 17 Drifter (einmal wurde Kai Huckenbeck für Jurica Pavlic eingesetzt) holten Laufsiege. Nur Vaculik, Dudek (PL), Lebedevs (Lettland) und Pavlic (Kroatien) gingen leer aus. Die Klasse des Güstrower Rennens machte aus, dass nicht nur Europas beste Drifter sondern die Welt-Elite zu Gast war. Denn mit mit Nicki Pedersen, dreimaliger WM und Vize-EM 2013 und im WM-Grand-Prix gegenwärtig Vierter, „Smoli“ (WM-12.), Andreas Jonsson (S/WM-13.) sowie Adrian Miedzinski (PL) starteten vier WM-Teilnehmer. Dazu kam mit Tomasz Gollob (PL) der Weltmeister von 2010 und der EM-Siebente 2013. Und natürlich der Russe Emil Saifutdinow, zweifacher Junioren-Weltmeister, bei vielen Liebling der Szene. Der Russe sucht nach seiner schweren Verletzung 2013 den Anschluss an die Weltspitze. Bei der WM startet er aus finanziellen Gründen nicht.

Nicht zu vergessen, die Generation, die hinter den älteren Strategen kommt. Mit dem Dänen Peter Kildemand klopft da ein Däne an die Tür zur Weltspitze.

Mit der Siegerehrung und einem Feuerwerk ging ein Speedway-Ereignis in Güstrow zu Ende, das bisher seinesgleichen suchte. So sahen es viele Funktionäre, Helfer und Fans. Und: Wen man auch sprach, alle glaubten es erst, als die Fahrer am Freitag eintrafen, dass es wirklich los geht. „Das ist doch irreal“, sagte Fred Bahlmann noch kurz vor Beginn des Trainings. Er war Zeitnehmer bei dem Rennen. Auch Torsten Brüning musste sich ein-, zweimal kneifen, dass er teilweise die besten Stahlschuhmänner der Welt als Chef des Fahrerlagers auf die Bahn ließ. Für den gehörlosen Startmarschall Wolfgang Koth war es ebenfalls ein besonders Erlebnis. Er konnte es zwar nicht sagen, aber seine Augen sprachen Bände.

Thomas Koch, 2. Vorsitzender des MC Güstrow, blickte in Gedanken noch einmal zwei Jahre zurück als die Idee das erste Mal – vorsichtig – geäußert wurde. Am Wochenende wurde sie realisiert.

Anne Brüning, Speedway-Fan von ganzem Herzen, konnte endlich einmal in ihrer Heimatstadt ihren Lieblingsfahrer, Andreas Jonsson, begrüßen. Natürlich war während des Trainings auch der Moment da, sich mit ihm für die SVZ fotografieren zu lassen.

Peter Gradert, Chef des Bahndienstes, hatte sich 14 Tage lang verstärkt um den Belag gekümmert und ihn gepflegt. Das Rennen gestern Abend zeigte, dass er wieder alles im Griff hatte.

Güstrows Ehrenvorsitzender Dieter Tetzlaff sieht das Rennen als Erfolg für die jahrelang fleißige Arbeit des Klubs. Der alte Stratege wünscht sich aber mehr für den Speedway in Deutschland: endlich wieder eine vernünftige Bundesliga.


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