Laage-Kronskamp : Eurofighter-Geschwader im Fokus

Ferngläser, Kameras, Smartphones zum Himmel nach Osten gerichtet, wo sich die Fluggeräte nähern.  Fotos: Eckhard Rosentreter
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Ferngläser, Kameras, Smartphones zum Himmel nach Osten gerichtet, wo sich die Fluggeräte nähern. Fotos: Eckhard Rosentreter

OSZE-Kontrollbesuch auf dem Fliegerhorst Laage. 53 Teilnehmer aus 31 Nationen inspizieren „Steinhoff“-Verband.

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30. Mai 2017, 21:00 Uhr

Musik aus der US-Filmlegende „Top Gun“ schmettert aus vier Lautsprechern den Besuchern auf dem Flugplatz Laage entgegen. Eine Tribüne ist vor der Flight-Line aufgebaut, in der Nähe brummen Hubschrauber-Triebwerke. Gespannt warten 53 Männer und Frauen, die meisten durch ihre Uniform als Militärs ausgewiesen, auf die Show.

Wenig später sind vier Eurofighter- und drei Tornado-Jets, Transportmaschinen A  400  M und Transall, Transporthubschrauber CH-35 und Mehrzweckhelikopter H  145  M in der Luft. Sie setzen in einer kombinierten Luft/ Boden-Operation Infanteristen ab. Verwundete werden aus einer Kampfzone ausgeflogen, die Kampfjets sichern den Luftraum und halten gegnerische Bodenkräfte nieder. Platzpatronen knattern, Nebelwände wabern, Granatwerferimitate krachen. Über allem der ohrenbetäubende Lärm der Flugmaschinen…

Doch die Gäste aus 31 Nationen sind nicht zum Spaß auf dem Fliegerhorst Kronskamp. Als Vertreter der OSZE-Staaten kontrollieren sie das Taktische Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“. Ihr Besuch ist Bestandteil vertrauensbildender Maßnahmen, die im Wiener Dokument durch die Teilnehmerstaaten der OSZE, der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, vereinbart wurden, erklärt Brigadegeneral Peter Braunstein. Der deutsche General ist Kommandeur des Zentrums für Verifikationsaufgaben und Rüstungskontrolle der Bundeswehr (ZVBw) und hat am Dienstag das Kommando über die Gastgeber. Im Regelfall ist Braunstein selbst zu Inspektionen im Ausland unterwegs. Etwa 200 Rüstungskontrollen führen seine 170 Mitarbeiter jährlich in der ganzen Welt im Auftrag des Auswärtigen Amtes aus. Braunstein: „Bis auf Australien sind wir auf jedem Kontinent aktiv.“ Oft erfolgen die Kontrollen überraschend, gerade mal 36 Stunden vorher angemeldet. Anders die Überprüfung gestern in Laage, die ein halbes Jahr Vorlaufzeit hatte. „Eine Vorführung in diesem Paket ist auch für Militärs keine gewöhnliche Maßnahme“, sagt der Brigadegeneral.

Alle fünf Jahre ist jeder OSZE-Staat verpflichtet, die Teilnehmernationen auf einen Militärflugplatz und an einen weiteren Truppenstandort für eine Überprüfung einzuladen. Peter Braunstein: „So will man benachbarten Nationen eventuelle Sorgen über Entwicklungen und Übungstätigkeiten nehmen.“ Beispielsweise sei jeder Staat verpflichtet, die Einführung neuer Technik anzuzeigen und diese binnen eines Jahres zur Inspizierung vorzustellen. So werde der Tross aus Laage nach einer Stippvisite bei den Hubschraubern in Bückeburg heute in Richtung Soltau weiterziehen, wo er sich morgen über den neuen deutschen Schützenpanzer „Puma“ ein detailreiches Bild machen kann.

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