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Güstrower Anzeiger

24. September 2017 | 03:15 Uhr

Laage : Etwas Wehmut und viel Hoffnung

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Stadtvertretung entlässt Laages Bürgermeisterin aus dem Beamtenverhältnis – Lochner wechselt in Berliner Vertretung von MV.

von
erstellt am 02.Feb.2017 | 21:00 Uhr

„Ich gehe nicht im Groll. Ich verlasse kein sinkendes Schiff. Es ist persönlich und es ist ein Neuanfang, der meinen Namen trägt.“ Mit diesen Worten, die sie selbst ein bisschen zu Tränen rührten, verabschiedete sich Ilka Lochner am Mittwochabend. Mehrheitlich stimmten die Laager Stadtvertreter einer Entlassung der Bürgermeisterin aus dem Beamtenverhältnis auf Zeit zum 14. Februar zu. Nach mehr als sechs Jahren als Stadtoberhaupt in Laage wechselt die CDU-Politikerin nach Berlin in die Vertretung des Landes Mecklenburg-Vorpommern beim Bund und wird Leiterin der Dienststelle (SVZ berichtete).

Die Stadtvertreter beschlossen ferner die Wahl eines neuen Bürgermeisters auf den Tag der Bundestagswahl am 24. September zu legen sowie den Termin für eine mögliche Stichwahl auf den 8. Oktober. Begründet wird dies u.a. mit der Erwartung einer höheren Wahlbeteiligung. An sich wäre eine Neuwahl binnen fünf Monaten notwendig. Dies würde aber dazu führen, dass die Laager dreimal (bei Stichwahl) im Juli und im September zur Urne schreiten müssten. Das letzte Wort hat der Landkreis, der eine Ausnahmegenehmigung erteilen muss. „Ich habe keine Sorge, dass Petra Müller, Marion Hünecke und Diana Schmechel die Arbeit übernehmen, bis im Oktober ein neuer Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin ins Amt kommt“, versicherte Lochner und dankte allen Verwaltungsmitarbeitern für die Zusammenarbeit. Sie habe ihnen „viel abverlangt“, gestand die scheidende Bürgermeisterin. Viel Lob richtete sie an die Stadtvertreter, die Mitglieder in Ausschüssen und in den Ortsteilvertretungen. Sie habe die Zusammenarbeit sehr geschätzt, auch, weil dabei Parteipolitik in Laage kaum eine Rolle spiele. 448 Beschlussvorlagen habe sie bei 49 Sitzungen eingebracht. Keinem Beschluss habe sie als Bürgermeisterin widersprechen müssen, alle waren durchgegangen. Besonders stolz sei sie, dass nach 2011 eine Konsolidierung der Stadtfinanzen gelungen sei. Kredite könnten bedient, Geschaffenes erhalten und Neues in Angriff genommen werden. In mehr als sechs Jahren sei es gelungen alles in allem 13,8 Millionen Euro Fördergelder für die Stadt einzuwerben, u.a. für eine neue Kindertagesstätte. Lochner. „Es hat sich gelohnt hartnäckig und stur zu sein.“ Diese Eigenschaften bestätigte MV-Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU), einer der vielen, vielen Abschiedsgäste am Mittwochabend. „Es war ein bisschen stressig mit dir“, formulierte er. Ein wenig Stress machte in all den Jahren auch oft Stadtvertreter Helmut Precht (Freie Wähler). Er blieb sich treu und enthielt sich bei der „Entlassung“ der Bürgermeisterin der Stimme, ebenso bezüglich der Festlegung des Wahltermins auf den der Bundestagswahl. „Sie hätte ihr Amt bis zum Ende der Legislaturperiode 2018 fortführen sollen“ meint Precht.

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