Landwirtschaft : Etappensieg für Schweinemast

Raumordnungsverfahren für das Bauvorhaben einer Scheinemast bei Suckwitz wurde positiv abgeschlossen. Gegner der Anlage sind enttäuscht.
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Raumordnungsverfahren für das Bauvorhaben einer Scheinemast bei Suckwitz wurde positiv abgeschlossen. Gegner der Anlage sind enttäuscht.

Proteste der Bevölkerung scheinbar ohne Erfolg: Bau einer Schweinemastanlage für knapp 8000 Tiere nahe Suckwitz rückt näher.

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07. März 2016, 21:00 Uhr

Der Bau einer Schweinemastanlage für knapp 8000 Tiere nahe Suckwitz erregt bereits im sechsten Jahr die Gemüter. Jetzt verbucht Investor Thomas Schulz einen Etappensieg. Das Raumordnungsverfahren ist positiv für den Landwirt aus Gerdshagen abgeschlossen worden. „Der Neubau einer Schweinemastanlage … ist mit den Erfordernissen der Raumordnung vereinbar“, heißt es in der landesplanerischen Beurteilung durch das Amt für Raumordnung und Landesplanung Region Rostock. Verbunden ist dies mit einigen Auflagen.

„Kein Kommentar“, fasste sich Landwirt Thomas Schulz gestern auf SVZ-Nachfrage sehr kurz. Er habe nichts anderes erwartet. Mit „sehr enttäuscht“ wollte es Jörg Mücket von der Bürgerinitiative „Gegen Schweinemast in Suckwitz“ gestern „gelinde formulieren“.

Bei heftigem Widerstand gegen den Bau der Mastanlage war Ende 2012 ein Raumordnungsverfahren vor dem eigentlichen Baugenehmigungsverfahren eingeleitet worden. In Anhörungsverfahren 2012 und 2015 äußerten sich 46 Träger öffentlicher Belange. 110 Stellungnahmen, darunter auch Unterschriftensammlungen, kommen hinzu. Insgesamt brachten sich rund 250 Menschen aus Suckwitz, Reimershagen, Oldenstorf, Lohmen, Groß und Klein Breesen ein.

„Keine maßgeblichen fachlichen, öffentlichen oder sonstigen Belange“ stehen dem Vorhaben aus der Sicht der Raumordnungsbehörde entgegen, wenn drei Maßgaben erfüllt werden. Gefordert werden weitere Maßnahmen zur Reduzierung der von der Mastanlage ausgehenden Emissionen (Ammoniak und Geruch). Damit sollen Beeinträchtigungen von Lebensräumen im FFH Gebiet „Mildenitztal mit Zuflüssen und verbundenen Seen“ und Geruchsbelästigungen in Oldenstorf ausgeschlossen werden. Zweitens sollen naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen dazu dienen, „negative Auswirkungen auf das Landschaftsbild zu mindern“. Drittens wird gefordert, Gülle nicht auf Grünflächen nordwestlich von Suckwitz entlang der Bresenitz sowie nördlich von Suckow auszubringen. Zum Teil sei der Vorhabenträger bereits auf diese Forderungen eingegangen.


Öffentliche Auslegung ab dem 14. März


Das Ergebnis des Raumordnungsverfahrens liegt zur öffentlichen Einsichtnahme vom 14. März bis zum 15. April im Amt Güstrow-Land, Haselstraße 4 in Güstrow, und im Amt Krakow am See, Markt 2 im Luftkurort, aus.

Während der Landwirt jetzt eine Baugenehmigung beantragen kann, sieht die Bürgerinitiative ihre Möglichkeiten begrenzt. „Wir können die Entscheidung nicht nachvollziehen“, betont Jörg Mücket. Einwände hätten keine Berücksichtigung gefunden. Als erstes gehe jetzt ein Schreiben an den Petitionsausschuss des Landtages, kündigt Jörg Mücket an. Weiter wolle sich die Bürgerinitiative an Ministerpräsident Erwin Sellering und den Bürgerbeauftragten Matthias Crone wenden. Alle rechtlichen Möglichkeiten habe man in der Vergangenheit bereits ausgeschöpft, so der Groß Breesener. Zuletzt hatte die Bürgerinitiative die Staatsanwaltschaft um eine strafrechtliche Überprüfung der Gutachten im Genehmigungsverfahren gebeten (SVZ berichtete). „Das wurde abgewürgt. Die Staatsanwaltschaft hatte keine strafrechtlichen Belange erkennen können“, bedauert Jörg Mücket.  

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