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Protest gegen Windparks : „Es leben auch noch Menschen hier“

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Bürger legen erneut Einspruch gegen Windkraftanlagen in der Gemeinde Dobbin-Linstow ein

von
erstellt am 22.Okt.2014 | 23:30 Uhr

Es gibt hier schon eine Schweinemastanlage, eine Biogasanlage, eine Kiesgrube mit dem dazugehörigen Schwerlastverkehr und die Autobahn. Warum also nicht auch noch Windkraftanlagen? Solch zynische Bemerkung hat Andreas Libor schon zu hören bekommen. Der Sprecher der Interessengemeinschaft gegen den Bau von Windkraftanlage im Raum Bäbelin gibt darauf immer die gleiche Antwort: „Es leben auch noch Menschen hier.“ Auch wenn man mit dem Protest im ersten Beteiligungsverfahren nichts erreicht habe, reiche man nun im zweiten Beteiligungsverfahren erneut seine Einwändungen gegen die Ausweisung von Windkrafteignungsgebieten in der Region ein. „Wir geben nicht auf“, sagt Andreas Libor.

Von Windkraftanlagen könnten zwei Landwirte profitieren, sagt der Zietlitzer. „Aber tausende Menschen verlieren dabei“, fügt er hinzu. Für ihn und seine Mitstreiter hat sich nichts geändert. Ein weiterer Eingriff in die Landschaft sei den Menschen und der Natur nicht zuzumuten. Gesundheitliche Belastungen für die Anwohner, eine Zerstörung der Natur sowie Beeinträchtigungen für Vögel und weitere Tiere werden als Gründe für eine Ablehnung von Windkraftanlagen zwischen Bäbelin und Linstow angeführt. Es würde in erster Linie aber auch den Tourismus in der Region darunter leiden, betont Libor. „Vor allem wären die Menschen hier die Verlierer“, sagt der Zietlitzer und verweist nochmals auf eine Unterschriftensammlung in Groß und Klein Bäbelin, Zietlitz, Linstow und Dobbin mit knapp 300 Namen.

Noch bis zum 3. November läuft das zweite Beteiligungsverfahren. Am Ende soll das Kapitel Energie einschließlich Windenergie im Raumentwicklungsprogramms für den Landkreis Rostock und die Hansestadt Rostock fortgeschrieben werden. Eine Entscheidung zur Festlegung neuer Eignungsgebiete für Windkraftanlagen ist frühestens im nächsten Jahr zu erwarten. Neben Groß Bäbelin, stehen auch Flächen bei Dehmen und Hoppenrade sowie in der Bützower Region nahe Klein Belitz, Wokrent, Groß Gischow und Reinstorf im Entwurf des Planungsverbandes Region Rostock.


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