Güstrow : „Es ist unsere Zukunft“

Mit vielen bunten Plakaten und lauten Forderungen machten die Jugendlichen bei der Demonstration in Rostock auf die Situation aufmerksam.
Mit vielen bunten Plakaten und lauten Forderungen machten die Jugendlichen bei der Demonstration in Rostock auf die Situation aufmerksam.

Schüler aus Güstrower Schulen beteiligen sich an Demonstrationen für mehr Klimaschutz.

svz.de von
22. März 2019, 20:00 Uhr

Während es im letzten Jahrhundert viele protestierende Jugendbewegungen gab und junge Menschen für das demonstrierten, woran sie glaubten, so wird unser heutigen Jugend oft vorgeworfen, sie sei unpolitisch. Doch seit einigen Wochen erregen die sogenannten Fridays For Future Demonstrationen, die von der schwedischen Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg ins Leben gerufen worden sind, auch in Deutschland Aufsehen. Immer mehr Kinder und Jugendliche gehen freitags nicht zur Schule und protestieren gegen die Klimapolitik. Rund 70 Schüler und Schülerinnen des John-Brinckman-Gymnasiums waren vor gut einer Woche in Rostock dabei. Teilnehmer kamen auch von der Ecolea Güstrow und weiteren Schulen aus der Umgebung.

Pauline Koch hat von der Demonstration über das Internet erfahren. Auf ihrem Schild stand: „Mein Vaterland ist Mutter Erde“. Das Demonstrieren für mehr Klimaschutz hält die Schülerin aus der 11D für sehr sinnvoll: „Nur, wenn wir viele sind, werden wir auch gehört.“ Sehr medienpräsent sei das Ganze ja auch und darum gehe es. Aber: „Eine solche Demo kann auch nichts bewirken, wenn es bei den Verantwortlichen nicht endlich klick macht!“ Von diesen Verantwortlichen – also den Politikern – forderte die junge Aktivistin Plastikverbote, Investition in erneuerbare Energien und die Abschaffung fossiler Brennstoffe. Sie selber tue etwas für die Umwelt: „Ich lebe vegan und halte somit den CO2-Ausstoß meines Essens gering, außerdem ernähre ich mich hauptsächlich von regionalen Lebensmitteln“, erklärt PaulaKoch.

Anne Gettel aus der 12B ernährt sich vegan, außerdem kauft sie ihre Kleidung in Second-Hand-Läden oder auf dem Flohmarkt. Doch das reicht natürlich nicht. Ein Anfang wäre zum Beispiel der Ausstieg aus der Braunkohle, findet Anne. Sie sieht Politiker zum Handeln gezwungen. Die Fridays For Future Demos seien in ihren Augen sehr sinnvoll und dass diese in der Schulzeit stattfinden, sei gewollt. „Ansonsten würden das Ganze nicht so eine Aufmerksamkeit erregen. Die Leute sollten meiner Meinung nach das politische Engagement und den Einsatz der jungen Leuten mehr schätzen“, findet die 18-Jährige.

„Ich habe einen Artikel über Greta Thunberg gelesen, außerdem haben meine Eltern mich darin bestärkt, mit zur Demonstration zu fahren“, erzählt Anna-Luise Hückel aus der 8E des Güstrower Gymnasiums. „Ich war vor kurzem im Familienurlaub in Tansania, dort spürt man die Auswirkungen des Klimawandels viel stärker als hier. Uns wurde dort erzählt, dass die Regenzeiten viel kürzer sind und die Bewirtschaftung der Felder immer schwieriger wird“, stellt Anna-Luise dar. Zusammen mit ihren Freundinnen Anna Margarethe Schröder, Leonore Hesse und Lisa Marie Madla zog sie mit selbst bemalten T-Shirts, auf denen „Save the World“ zu lesen war, einem Protestschild in Form einer Leinwand mit den Worten „Save our Planet“ und grün-blauer Kriegsbemalung auf zu ihrer ersten Demonstration. Auch Lisa Marie fordert mehr Gesetze gegen Plastik und Anna-Margarethe fügt hinzu: „In vielen Läden werden die Produkte mehrmals in Plastik eingepackt, was völlig unnötig ist.“ Die vier jungen Aktivistinnen verlangen eine Wende in der jetzigen Klimapolitik. „Es ist unsere Zukunft, die die Politiker uns verbauen! Wir haben nur noch kurze Zeit, um der globalen Erwärmung entgegen zu wirken und das Geschehen in die richtige Richtung zu lenken“, fasst Anna-Luise die Meinung von vermutlich allen demonstrierenden Jugendlichen zusammen.


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