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Min Lütt Dörp : „Es ist hier wie im Bilderbuch“

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Neu Dobbin in der Gemeinde Dobbin-Linstow liegt etwas versteckt, aber nicht am Ende der Welt

von
erstellt am 30.Aug.2014 | 23:30 Uhr

Nicht hinter sieben Bergen, wohl aber hinter einem Hügel versteckt sich unweit der Straßen von Krakow am See nach Linstow das kleine Dorf Neu Dobbin. Ein paar Wohnhäuser und hinter üppigem Grün versteckte Bungalows, ein verlassenes Ferienobjekt und am Ende doch noch einmal drei Häuser. Das ist es schon.


Familie Koester: sechs Menschen, neun Hunde


„Als wir Anfang vergangenen Jahres hierher zogen, haben wir die Zahl der Einwohner deutlich erhöht“, berichtet Alexander Koester (25) und fügt hinzu: „Meines Wissens hat Neu Dobbin 18 Einwohner, sechs davon gehören zu unserer Familie.“ Hinzu kommen bei Koesters neun Hunde. „Wir sind alle hundeverrückt“, erklärt Bianca Koester (51). So verwundert es auch nicht, dass Claudia Koester (29) in Neu Dobbin ein Ferienobjekt für Urlauber mit Hunden betreibt. Der Bedarf sei riesig, das Vierbeiner-Landgut derzeit ausgebucht, berichtet die Kauffrau für Tourismus und Freizeit. Schon in Charlottenthal habe man vermietet, aber drei Bungalows waren zu wenig. So habe man schließlich das Objekt in Neu Dobbin entdeckt. „Wir sind hier angekommen und ich denke, auch willkommen“, betont Bianca Koester. „Freiwillig gehe ich hier nicht wieder weg“, sagt Tochter Claudia. Ferienwohnungen und Bungalows würden jeweils über einen Auslauf für Hunde verfügen. „Manche kommen auch mit drei Hunden“, erzählt Claudia Koester. Ihr Bruder Alexander macht ein Manko aus. Schnelles Internet sei ein Fremdwort in Neu Dobbin und der Handy-Empfang mal so, mal so.


Wohnen, wo andere Urlaub machen


Elke Rössel (56) kann gut damit leben, nicht immer für jeden erreichbar zu sein. Sie kam 1985 mit der Familie aus Sachsen an den Krakower See. „Mein Mann ist auf einem Bauernhof großgeworden. Wir wollten ein Häuschen mit Platz für Tierhaltung“, erzählt sie. Elke Rössel schätzt die Weitläufigkeit der Landschaft, eine räumliche Distanz zu den Nachbarn und die Tatsache, dass man trotzdem nicht aus der Welt sei. Bis zur Autobahn A 19 ist es nicht weit. „Ich habe keinen Tag bereut. Wir wohnen, wo andere Urlaub machen“, sagt die 56-Jährige. Sie stört sich eher an der Ruine im Dorf. Ein ehemaliges Ferienobjekt sei völlig heruntergekommen, aber noch nicht so zugewachsen, dass man es nicht mehr sehen müsste. Es gebe immer wieder Gerüchte, dass es verkauft sei, aber es passiere nichts.


Leben mit Tieren und der Natur


Hühner, Enten, Hasen, Bienen, Hund und Katze bevölkern den Hof. „Und sehr viele Schwalben haben wir dieses Jahr“, freut sich die Neu-Dobbinerin. Stall- und Werkstatttür würden den Schwalben stets offen stehen. Sie würden zum Landleben gehören. Das sieht auch Dietlind Heuer (71) so. „Es ist hier wie im Bilderbuch“, sagt sie. Kraniche, Enten und Gänse seien je nach Jahreszeit präsent. Die Natur lade zum Innehalten und Träumen ein. Schon seit den 1970er-Jahren ist Dietlind Heuer in Neu Dobbin – zunächst als Wochenendgast, seit 1986 mit festem Wohnsitz. Sie geht gern und oft baden, mit dem Hund spazieren, ist mit dem Rad unterwegs oder liest ein gutes Buch. Weil es ohne Auto nicht ginge habe sie noch im Alter von über 40 Jahren den Führerschein gemacht. „Bis 90 kann man hier aber wohl nicht wohnen“, stellt die Lehrerin für sich fest. Aus Güstrow sei sie gekommen und denke jetzt schon mal darüber nach wieder in die Stadt zu ziehen.


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