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Güstrower Anzeiger

22. August 2017 | 13:11 Uhr

Ernte : Erträge weit unter Durchschnitt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Zögerlicher Erntestart in der Region Güstrow – Frost im Januar und Trockenheit im Frühjahr minimieren die Erträge.

„So richtig Spaß macht es nicht“, antwortet Marianne Hoffmann auf die Frage nach dem Erntestart. Zwei Mähdrescher seien gerade raus, um von einem Schlag bei Pölitz die Wintergerste zu dreschen, erzählt die 2. Vorstandsvorsitzende der PG „Am Schmooksberg“ in Diekhof und nimmt den Taschenrechner zu Hand. „Die Erträge liegen rund 25 Prozent unter dem Durchschnitt bei Gerste“, stellt sie fest. Zufrieden könne man damit nicht sein.

Auch der Vorstandsvorsitzende der Agrargemeinschaft Kritzkow/Hohen Sprenz, Thomas Finck, geht davon aus, dass ein Viertel weniger geerntet wird. „Wir kommen kaum auf 60 Doppelzentner, sonst holen wir 80 und mehr vom Feld“, erläutert der Landwirt. Schon heute Abend, so schätzte er am Morgen ein, werde man die Gerste vom Feld haben. 300 Hektar waren mit Wintergerste bestellt. Auch beim Raps hat er keine Hoffnung auf Spitzenerträge. Die Ernte werde ähnlich wie bei der Gerste ausfallen. Vielleicht schon am Wochenende werde man mit der Rapsernte beginnen können.

Im benachbarten Weitendorf gibt Christian Pentzlin eine ähnliche Einschätzung ab. Der Frost im Januar und die Trockenheit im Frühjahr hätten den Saaten zugesetzt. „Dabei wäre der Frost nicht einmal das vorrangige Problem. Es war der Temperatursturz. Die Pflanzen waren im Wachstum. Und dann noch der Ostwind dazu“, erklärt der Landwirt. Einige Sorten hätten das besser verkraftet, andere schlechter. Hinzu kämen die niedrigen Preise, die die Landwirte für Getreide erzielen können. Die Preise würden nicht steigen, weil man in Mecklenburg eine schlechte Ernte einfährt. Weltweit werde die Ernte in diesem Jahr z.B. bei Weizen als gut bis sehr gut eingeschätzt. „Die Preise werden nicht in Mecklenburg gemacht“, sagt Peter Brandt, Geschäftsführer des Bauernverbandes Güstrow. Auch er sieht gegenüber dem langjährigen Mittel Einbußen von 20 bis 25 Prozent bei den Erträgen. „Im östlichen Teil des Landkreises mehr als im westlichen“, fügt Brandt hinzu. Eher zögerlich habe die Ernte begonnen. Noch nicht überall haben die Bauern losgelegt. Als problematisch benennt Brandt den starken Bewuchs mit Unkräutern. Überall dort, wo nach dem Frost die Saat völlig oder teilweise ausgefallen war, machten sich Unkräuter breit. Das beklagt auch Matthias Streeb von der Streeb GbR aus Niegleve. „Wenn wir 70 Doppelzentner vom Feld kriegen, können wir sehr zufrieden sein“, denkt er. Aufgerechnet habe man noch nicht. „Wir haben noch ein bisschen zu tun“, betont Matthias Streeb.

Die nicht eben gute Stimmung unter den Landwirten kann vielleicht aber ein Blick auf die Sommerkulturen ein bisschen aufhellen. „Mais und Zuckerrüben stehen hervorragend“, schätzt Peter Brand vom Bauernverband ein.

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erstellt am 12.Jul.2016 | 21:02 Uhr

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