Museum : Erstmals Linstower Musikwoche

Seit Jahresbeginn ist Anne Pressentin Museumsleiterin in Linstow.
Seit Jahresbeginn ist Anne Pressentin Museumsleiterin in Linstow.

Wolhynier-Umsiedler-Museum bietet Kompositions- und Gesangsworkshops im Juli an - Neue Museumsleiterin.

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13. März 2018, 12:00 Uhr

Seit Anfang des Jahres ist Anne Pressentin Leiterin des Wolhynier-Umsiedler-Museums in Linstow. Die 38-Jährige wohnt in Kladrum bei Crivitz und hat sich die bildungspolitische Arbeit des Museums auf die Fahnen geschrieben. Sie plant u.a. eine Linstower Musikwoche unter dem Arbeitstitel „Musik[migr]anten“ vom 2. bis 7. Juli. Wie der Titel verrät, wird sich dieses Musikprojekt an die Museumsarbeit anlehnen. Diese setzt sich mit den Schwerpunkten Flucht, Vertreibung und Migration am Beispiel der Wolhynien-Deutschen auseinander.

„Das wird eine intensive Woche“, sagt Anne Pressentin. Dazu gehören Lesungen, Vorträge und Mini-Konzerte, eröffnet wird die Musikwoche am Montagabend mit einer Uraufführung. Ein Tagesseminar am 6. Juli über Stimme und Bewegung könnte und sollte auch so manchen Chorsänger, Gesangslehrer oder Musiklehrer der Region interessieren. Unter dem Motto „Bewegen soll ich mich auch noch?“ richtet sich die Einführung in das funktionale Stimmtraining an alle, die den menschlichen Körper als Musikinstrument besser verstehen und ihre Wahrnehmung für dieses Instrument verstärken wollen. „Das soll mit Hilfe von Gesangs- und Körperübungen geschehen, die einen Überblick über die Zusammenhänge zwischen Haltung, Atmung und Kehlkopffunktionen – also der Stimme – bieten“, erklärt Anne Pressentin. Vom 3. bis 5. Juli besteht bei freier Terminwahl auch die Möglichkeit eines einstündigen Einzelunterrichts in Gesang nebst einer 30-minütigen Korrepetition. Geleitet werden die Gesangsworkshops von Blanche-Dorothee Haun.


Musik als verbindendes Element

Zur Musikwoche sind bislang Studierende der Akademie für Tonkunst aus Darmstadt eingeladen. Auch den Studierenden der Kompositionsklasse an der Hochschule für Musik und Theater Rostock hat die Museumsleiterin ihr Vorhaben vorgestellt. „Die Studenten werden hier vor Ort komponieren, üben, einstudieren und schließlich auftreten“, berichtet Anne Pressentin. Die Musikschulen des Landkreises sind ebenfalls eingeladen. So steht vom 3. bis 6. Juli der Kompositionsworkshop, geleitet von Karl Wieland Kurz, allen Interessenten ab 14 Jahren kostenlos offen.

Schließen soll die Musikwoche am Sonnabend, dem 7. Juli, mit einem Abschlusskonzert. Sowohl die Workshops als auch die Abendveranstaltungen richten sich an alle Interessierten. „Unsere Musikwoche wird für jeden etwas bieten“, betont die Museumsleiterin. Sie möchte so viele wie möglich ansprechen und Menschen regional sowie darüber hinaus für Musik als bindendes Element und das Museum in Linstow begeistern.


Im Gespräch mit Kitas und Schulen

Anne Pressentin, die nach ihrer Ausbildung zur Buchbinderin im Handwerk Buchwissenschaft und Kunstgeschichte studiert und einen Abschluss zur Kunsthistorikerin hat, freut sich auf diese Woche, aber auch auf die sonstige Arbeit, die sie als Museumsleiterin übernommen hat. Derzeit ist sie mit Kindertagesstätten und Schulen im Gespräch, um weitere Konzepte zu entwickeln, die auch Kindern die Geschichte von Migration, Flucht und Vertreibung näher bringen soll. Ein Pilotprojekt mit der Kindertagsstätte „Kleine Raben“ aus Krakow am See ist bereits vereinbart.
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