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Kunst- und Altertumsverein : Erstmals Jüdische Tage in Güstrow

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Kultur aktuell 2017: Kunst- und Altertumsverein Güstrow gestaltet Programm. Künstler verlegt weitere „Stolpersteine“ in Barlachstadt.

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erstellt am 20.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Zum ersten Mal veranstaltet der Kunst- und Altertumsverein Güstrow in diesem Jahr Jüdische Tage in der Barlachstadt. „So etwas haben wir bisher nicht gehabt. Wir haben ein gutes Programm mit hohem Niveau“, sagt die Vorsitzende Regina Erbentraut. Vom 9. bis zum 11. November gibt es neben einer Filmvorführung und einem Konzert auch einen Vortrag des Künstlers Günter Demnig, der in Deutschland für seine „Stolpersteine“ berühmt ist. Demnig wird zudem weitere „Stolpersteine“ im Gedenken an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus in Güstrow verlegen. Vor dem Haus Domstraße 14 sollen zwei „Stolpersteine“ an die Güstrower Bürger Max und Margarete Marcus erinnern, die durch die Repressalien im Jahr 1939 gezwungen wurden, nach Palästina auszuwandern.

Die Jüdischen Tage sollen laut Regina Erbentraut „das Jüdische, auch durch die Kunst betrachtet“ zum Inhalt haben. Auftakt ist eine Andacht auf dem jüdischen Friedhof in Güstrow am 9. November. Einen Tag später wird im Kunsthaus der Film „Austerlitz – Jacques Austerlitz“ gezeigt, die fiktive Lebensgeschichte eines jüdischen Kunsthistorikers, der kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs mit einem Kindertransport England erreichte und so dem Holocaust entkam. Am 11. November lädt der Kunst- und Altertumsverein zu dem Liederabend „Zwischen Heimweh und Neuanfang“ mit der jüdischen Sopranistin Mimi Sheffer ins Schloss ein. „Das Datum des Vortrags von Günter Demnig steht noch nicht fest, der Vortrag ist aber zugesagt“, so Regina Erbentraut. Die ersten Jüdischen Tage veranstaltet der Kunst- und Altertumsverein gemeinsam mit der Dom- und Pfarrkirchengemeinde, dem Filmklub sowie der Barlachstadt Güstrow und dem Staatlichen Museum Schwerin.

Zudem hat der rund 70 Mitglieder zählende Verein in diesem Jahr wieder Kuratorenführungen durch ausgewählte Ausstellungen sowie Exkursionen im Angebot (siehe Programm). Zur Mitgliederversammlung lädt Erbentraut am 10. April, 18 Uhr, ins Kunsthaus ein. „Jeder ist willkommen, auch Nichtmitglieder“, sagt sie. Geplant ist auch eine Kurzfilm-Vorführung.

 
Programm 2017

• 24. März, 18 Uhr, Uwe Johnson-Bibliothek, Vortrag „400 Jahre Atlas Major von Joan Jansonsz Blaeu – eine Geschichte der Kartographie und Expansionen“
• 3. Mai, 14.30 Uhr, Ernst-Barlach-Stiftung Güstrow, Kuratorenführung durch Käthe Kollwitz-Ausstellung

• 10. Juni, 14 Uhr, Tag der offenen Gärten MV, Gartenführung im Pfarrgarten Starkow

• 8. Juli, 14 Uhr, Ausstellungsbesuch und Kuratorenführung im Staatlichen Museum Schwerin „Die Menagerie der Medusa. Otto Marseus van Schrieck und die Gelehrten“, Treffpunkt 12.15 Uhr auf dem Franz-Parr-Platz, Bildung von Fahrgemeinschaften

• Sommerferien (17. Juli bis 31. August), Kinder-Kunst-Kompass

• 2. Oktober, 17. Güstrower Kunstnacht

• 28. Oktober, Exkursion in das Europäische Hanse-Museum Lübeck, Führung 14.30 bis 16 Uhr

• 9. bis 11. November, Jüdische Tage in Güstrow: 9. November, 18 Uhr, Andacht auf Jüdischem Friedhof Güstrow; 10. November, 19 Uhr, Kunsthaus, Filmvorführung „Austerlitz – Jacques Austerlitz“; 11. November, 19 Uhr, Schloss Güstrow, Liederabend mit Mimi Sheffer; Vortrag „Die Stolpersteine von Günter Demnig“ mit dem Künstler, Schloss Güstrow (Datum noch offen)

• 2. Dezember, 15 Uhr, Stadtmuseum, Führung durch die Güstrower Theaterzettelsammlung

Anmeldungen für Exkursionen nach Schwerin, Lübeck und Starkow unter Telefon 038450 20068 oder E-Mail r-erbentraut@t-online.de







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