Sanierung der Kanzel im Güstrower Dom : Erstes Werk nach der Reformation

Pastor Christoph Helwig betrachtet die Schäden an der von Engeln getragenen Kanzel des Doms.christian menzel
Pastor Christoph Helwig betrachtet die Schäden an der von Engeln getragenen Kanzel des Doms.christian menzel

Es kommt nicht oft vor, dass eine veranschlagte Bausumme unterboten wird. Bei den Sanierungsarbeiten am Borwin-Epitaph im Güstrower Dom ist das aber der Fall. So bleibt Geld für die Instandsetzung der Kanzel.

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06. September 2012, 11:05 Uhr

Güstrow | Es kommt nicht oft vor, dass eine veranschlagte Bausumme unterboten wird. Bei den zurzeit laufenden Sanierungsarbeiten am Borwin-Epitaph im Güstrower Dom ist das aber der Fall. So bleibt etwas Geld übrig, um jetzt auch mit der Instandsetzung der Kanzel zu beginnen.

"An dieser Wand nimmt die Salzbelastung der Kunstwerke in Richtung des Borwin-Epitaphs ab, so dass die Sanierung weniger aufwendig ist. Am Ulrich-Epitaph war der Salzgehalt wesentlich höher", begründet Propst Christoph Helwig, wie die Einsparung der Mittel zu Stande kam. Allerdings sind die vom Salz angerichteten Schäden an der Kanzel am Anfang der Reihe auch am größten. Salpeterausblühungen, sich lösender Putz und eine starke Verschmutzung der Reliefs sind einige der ins Auge springenden Schäden. Kleine Papiermarkierungen an der Kanzel belegen, dass die Voruntersuchungen begonnen haben.

Wenn Helwig am 28. Oktober mit einem Gottesdienst aus dem Kirchendienst verabschiedet wird, sollen die Gerüste am Borwin-Epitaph gefallen sein, aber die Predigt wird der Propst vermutlich auf einer eingerüsteten Kanzel halten müssen.

Die Kanzel aus Sandstein ist das erste Werk im Dom nach der Reformation. Geschaffen haben soll sie Johann Baptist Parr, der Bruder des Güstrower Schlossbaumeisters, Franz Parr. Die runden Formen sind in dieser Zeit ein Bekenntnis zur Reformation und erinnern an die Kanzel der Schlosskirche zu Torgau. Der erste evangelische Gottesdienst im Dom fand am ersten Sonntag nach Neujahr 1568 statt. Von da an wurde das Gotteshaus evangelisch-lutherische Hofkirche.

Wenn Christoph Helwig aus dem aktiven Kirchendienst ausscheidet, kann er auf umfangreiche, in den letzten Jahren ausgeführte Sanierungsarbeiten im Dom zurückblicken. Dennoch fallen ihm auf Anhieb Projekte ein, deren Sanierung oder Umgestaltung er in nächster Zeit gern sähe. Dazu gehören die Tafel des Geheimen Rats von Passow im seitlichen Südschiff, die Gustav-Adolf-Kapelle und die Neugestaltung des für feierliche Einzüge vorgesehenen Westeingangs.

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