zur Navigation springen

Landwirtschaft : Erster Tieplitzer Spargel gestochen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Mecklenburger Frische in Tieplitz startet Spargelverkauf

svz.de von
erstellt am 19.Apr.2016 | 08:00 Uhr

Vasile Sens setzt das Spargelmesser an und und führt es 25 Zentimeter gerade in die Erde. Dabei hält er zum Spargel einen Abstand von fünf Zentimetern, damit er ihn nicht verletzt. Dann drückt er das Messer gekonnt nach hinten, schneidet den Spargel ab und zieht ihn heraus.

Vasile Sens gehört zu den 80 rumänischen und polnischen Spargelstechern, die seit einer Woche zwischen Mühlengeez und Prüzen auf den Feldern der Mecklenburger Frische GmbH & Co. KG Tieplitz das beliebte Gemüse der Deutschen ernten. Dazu kommen 30 weitere Mitarbeiter, die die Fahrzeuge fahren bzw. an den 25 Ständen in Güstrow sowie zwischen Sternberg und Waren/Müritz und Rostock und Lübz den Spargel seit dem Wochenende verkaufen.

Doppelabdeckung sichert die frühe Ernte

„Dieser erste Spargel konnte auf rund 7,5 Hektar aber nur unter einer Doppelabdeckung jetzt schon erntereif werden“, sagt Yvonne von Laer, GmbH-Inhaberin. Ansonsten sei das Wetter der vergangenen Wochen für den Wachstumsprozess des Spargels zu kalt, wie schon im Vorjahr, so von Laer. Die Abdeckung bestehe aus schwarz-weißer Folie, die den Spargel weiß werden lasse, wie ihn die meisten lieben, und aus einem Folientunnel, der wie ein Gewächshaus funktioniere, erklärt die Spargel-Expertin weiter.

Während der Ernte- und Verkaufsbeginn bewusst beschleunigt wird, sieht das in der Saison anders aus. „Wir werden unseren Anbau ab 2017 drosseln, weil wir in der Saison vom Handel schlecht bezahlt werden. Das liegt an einem Überangebot“, weiß Yvonne von Laer. Die Zwickmühle, in der sich Spargelproduzenten befinden, beschreibt sie daher so: „Im Frühjahr wünsche ich mir Wärme, damit der erste Spargel schnell wächst und verkauft werden kann, und später möchte ich, dass kühles Wetter die Preise stabil hält.“

Geerntet wird trotzdem weiter und immer bis Johanni am 24. Juni. Yvonne von Laer ist mit der Mecklenburger Frische – der Firmenname weist auf die Direktvermarktung hin – seit 1993 auf dem Markt. Sie befindet sich damit in der Tradition ihrer Familie, die schon vor dem Krieg in Guben und im Münsterland Spargel anbaute. Mit ihrem Sohn gibt es ein weiteres Familienmitglied, das diese Tradition in Herford weiter führt.

Als „Gemüsetyp“ isst die Tieplitzerin selbstverständlich Spargel. „Gern grünen Spargel in kurzen Stücken in ein bisschen Öl gebraten. Die werden gepfeffert und etwas gesalzen“, verrät sie ihr Lieblingsrezept. Ansonsten gilt aber bei den meisten der Spargel als ideal, wenn die Stange gerade, verhältnismäßig zylindrisch und weiß ist, einen geschlossenen Kopf hat und 17 bis 23 Zentimeter lang ist. „Bei dieser Qualität beginnen wir in diesem Jahr den Verkauf mit einem Kilopreis von knapp zwölf Euro“, wünscht die Landwirtin und studierte Ingenieurin beim Spargel aus Tieplitz immer einen „Guten Appetit!“.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen