Tieplitz : Erster Spargel gestochen

Agata Bajor zeigt den ersten Spargel, der 2017 auf den Tieplitzer Feldern geerntet wurde.
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Agata Bajor zeigt den ersten Spargel, der 2017 auf den Tieplitzer Feldern geerntet wurde.

Mecklenburger Frische GmbH favorisiert den intensiven Anbau mit Direktvermarktung an 22 Ständen im Land.

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11. April 2017, 05:00 Uhr

„Der Spargel hat in diesem Jahr eine gute Qualität. Das zeigen die ersten Erntetage“, sagt Agata Bajor, polnische Vorarbeiterin in der Mecklenburger Frische Tieplitz GmbH und Co. KG. „Wenn Agata das einschätzt, ist das auch so, denn sie arbeitet schon seit 15 Jahren für uns“, bekräftigt Yvonne von Laer, die mit Cornelius-Rainer von Laer die Geschäftsführung inne hat.

Trotzdem werden auch in diesem Jahr das Ernteergebnis und die Qualität dieses bei den Deutschen so beliebten Gemüses wieder vom Wetter abhängen. Yvonne von Laer: „Der Spargel kommt ja aus Nordafrika, u.a. vom Nil, wo er schon vor 2000 Jahren geerntet wurde. Dort hatte er es warm, und so möchte er es auch bei uns haben. Aber man sieht ja gerade in den vergangenen Tagen, dass das leider nicht immer klappt.“ Deshalb gehe es mit der Ernte rauf und runter. „Wenn es richtig schön warm ist, stechen wir das Vier- und Fünffache des Durchschnitts“, gibt Yvonne von Laer Auskunft. Bei großen Schwankungen sei es daher auch sehr schwer, möglichst einen Preis in der Saison zu halten. „Denn in Deutschland gibt es genügend Spargelanbauer und der Preis sinkt und steigt mit der Menge“, informiert die Geschäftsführerin. Im vergangenen Jahr habe sich z.B. durch den kalten Mai die Menge in Grenzen gehalten und man habe deshalb auch schon nicht wie üblich am 24. Juni sondern schon am 15. Juni mit der Ernte abgeschlossen, so von Laer.

Aber das war gestern, jetzt gilt: neue Saison – bessere Saison. Dazu versucht der Tieplitzer Betrieb seit dem vergangenen Jahr das Wetter zu überlisten oder zumindest schneller auf Wetterlagen zu reagieren. „Wir nutzen seit dem vergangenen Jahr ein bundesweites Temperaturmesssystem. Per GPS können wir zum Beispiel mit dem Handy zu jeder Zeit in jeder Tiefe die Temperatur des Spargels messen. Dementsprechend wird reagiert. Ist es zu warm, wird z.B. die Folie von Schwarz auf Weiß gedreht, damit die Sonne abstrahlt“, berichtet Yvonne von Laer, deren Familie seit 1930 in der vierten Generation in Guben, im Münsterland und in Westfalen sowie seit 1993 in Tieplitz und Mühlengeez Landwirtschaft betreibt, darunter Spargelanbau.

Die Mecklenburger Frische hat sich auf einen intensiven Anbau festgelegt. Yvonne von Laer: „Unsere Mitarbeiter – wir haben in der Spargelproduktion 60 bis 70 Polen und Rumänen beschäftigt – sollen in kurzer Zeit viel ernten, denn sie werden nach Stangen bezahlt. Wenn das zügig vonstatten geht, kommen sie gut über den Mindestlohn, den sie bei uns erhalten“, erklärt die Landwirtin.

Was auf den Feldern in Tieplitz und Mühlengeez geerntet wird, komme frisch zum Kunden. Yvonne von Laer: „Wir haben uns eine gute Direktvermarktung mit 22 Ständen zwischen Rostock und Waren sowie von Grimmen über Güstrow bis Lübz aufgebaut. Einiges liefern wir auch an den Einzelhandel.“ Natürlich wirbt die Spargel-Expertin für den Spargel aus deutschen Landen, das aus gutem Grund. „Der Spargel wird in Deutschland nach Richtlinien angebaut. Pflanzenschutz und Düngung sind vorgegeben und werden eingehalten. Außerdem gibt es als Qualitätsprüfung Probeessen und Geschmackstests“, betont sie. Angeboten wird der Tieplitzer Spargel in mehreren Sorten: Klasse1 weiß, Klasse 1 violett, dünner in Klasse 2, als Spitzen, als Suppen- und Bruchspargel, krumm oder dick. Entsprechend wird der Preis festgelegt.

Yvonne von Laer hat selbstverständlich schon alles probiert und ist bekennende Spargel-Esserin. „Ich könnte jeden Tag Spargel verputzen, egal ob als Salat oder gekocht. Am liebsten aber grün, gepfeffert und in Öl und ohne Kartoffeln“, verrät sie gern und gibt gleichzeitig einen Tipp für die Zubereitung. Unabhängig von allen Variationen gilt jedoch, was im Namen der Firma steht: Frisch muss der Spargel sein.


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