Güstrow : Erster Firmenlauf großer Erfolg

Start gestern zum 1. Güstrower Firmenlauf. Insgesamt gingen in der Sportschule Güstrow 72 Staffeln an den Start.  Fotos: Jens Griesbach
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Start gestern zum 1. Güstrower Firmenlauf. Insgesamt gingen in der Sportschule Güstrow 72 Staffeln an den Start. Fotos: Jens Griesbach

72 Staffeln traten gestern in der Sportschule Güstrow gegeneinander an - Team der Fachhochschule holte den Sieg

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09. September 2015, 22:00 Uhr

48 Unternehmen und Einrichtungen aus der Barlachstadt und der Umgebung waren aktiv beim 1. Güstrower Firmenlauf. Manche Betriebe und Einrichtungen haben zwei, drei oder sogar vier Dreierteams an den Start in die Landessportschule gebracht. Und nicht nur die über 200 Läufer fanden sich bei schönstem Spätsommerwetter an der Tartanbahn ein, sondern auch viele Fans, Kollegen, Zuschauer und sorgten für prächtige Stimmung im Niklotstadion. Jochen Hornung aus Krakow am See etwa kam nur, um zu schauen: „Toll, was für eine positive Stimmung! Da freue ich mich für Güstrow und für die Organisatoren.“ Auf die Beine gestellt hatte das Event die Werbeagentur Wosch in Medienpartnerschaft mit der SVZ.

Der Sieger stand für viele Laufsportkenner schon bei Bekanntgabe der Besetzung für die 3x2-Kilometer-Staffeln fest. Die Fachhochschule hatte mit Tom Gröschel den frisch gebackenen Deutschen Polizeimeister über 5000 Meter, dazu mit Anne-Kathrin Litzenberg das weibliche Lang-streckenass aus MV schlechthin an den Start gebracht, dazu mit Marko Schlenk einen der Sportlehrer der FH. „Aber andere sind auch sportlich, und der Spaß steht doch im Vordergrund“, wollte die Einstellungsberaterin Litzenberg abwehren.

Doch die sportliche Überraschung fiel aus, allen Unkenrufen nach dem ersten Wechsel zum Trotz. Da hatte noch ein kurzfristig aufgestelltes Team der „Villa Kunterbündnis“ geführt! Was vielleicht auch kein Wunder war, schließlich kamen die drei Jungs aus Eritrea, das bekanntlich eine absolute Hochburg in der Läufer-Welt darstellt. „Wir hatten erst nicht das Startgeld für die Jungs“, erzählt Karen Larisch, die Leiterin der soziokulturellen Einrichtung. Doch ganz schnell habe die Volkssolidarität das aufgebracht und sogar selbst noch ein Team aus Flüchtlingen „bestellt“. Hinter diesem reihte sich das SVZ-Leserteam auf Rang vier ein – was aber auch nicht verwundern muss, liest man die Namen: Andreas Wurm mit seinen Kindern Johannes und Rike sind eine der bekanntesten Güstrower Lauffamilien. „Vielleicht wäre noch ein Platz besser drin gewesen, doch unsere Hosen haben wir nur vor uns laufen gesehen“, mutmaßte Vater Wurm darauf anspielend, dass die Familie einem der Flüchtlingstrios ihre Hosen gab – „die hätten ja sonst in Jeans laufen müssen“.

Auch das SVZ-Team hielt sich achtbar. Sportredakteur Robert Grabowski und Praktikantin Marie von Berg vervollständigten das Trio noch kurzfristig mit dem freien Mitarbeiter Hans-Albrecht Kühne (63), der mal unter den Topten der DDR-Marathonszene lief – vor knapp 30 Jahren.

Die absolut meisten Teilnehmer im Feld waren natürlich reine Amateure, Freizeitläufer. Andreas Loheit (49), eigentlich eher eingefleischter Fußballfan, lief im Omsa-Team. „Es war anstrengend, ich habe lange nichts mehr gemacht. Aber wir sind dabei und nicht Letzter, das ist die Hauptsache.“ Einen Kreativpreis holten sich zurecht die Bützower Schornsteinfeger ab: Die liefen zünftig und hatten mit Leiter und Besen als einziges Team einen „Staffelstab“ dabei! Teamchef Ricardo Laasch: „Wir haben die Ausschreibung eben genau gelesen, da war von einem Staffel-Firmenlauf die Rede.“

Vielleicht wird das bei der zweiten Auflage – es wurde ein schicker Wanderpokal vergeben – ja noch mal präzisiert. Der Erlös aus den Startgeldern übrigens wird dem Fußballnachwuchs des Güstrower SC zur Verfügung gestellt, gab Organisator Thoralf Stindl bekannt. Die Bilanz wird sich sogar noch verbessern, hat doch die IKK sich als ein weiterer zu den Hauptsponsoren gesellt.

„Eine tolle Idee, die den Güstrower Veranstaltungskalender aufwertet“, findet Stadtpräsident Torsten Renz, der das Event im Niklotstadion eröffnete. „Man sieht wieder einmal: Sport verbindet – auch zwischen den Unternehmen und ihren Arbeitnehmern.“  

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