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Pfarrkirche Güstrow : Erste Reinigungskur für Altar

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Volker Ehlich kehrt bis zum 23. Juni in die Güstrower Pfarrkirche zurück. Der 66-Jährige restaurierte den Altar von 1992 bis 2014.

Der Jan-Borman-Altar in der Güstrower Pfarrkirche ist seit dieser Woche wegen Wartungsarbeiten eingerüstet. Per Vertrag mit der Pfarrgemeinde werden sie von Volker Ehlich erledigt. Bis 23. Juni hat der erfahrene Experte zu tun. Der 66-Jährige ist damit nach fast genau drei Jahren an den Ort zurückgekehrt, den er von 1992 bis 2014 fast seine zweite Heimat nennen konnte. In dieser Zeit übernahm der freischaffende Restaurator die Restaurierung des berühmten und international bedeutenden Altars von Jan Borman, der sich seit 1522 in der Pfarrkirche befindet. 2014 wurde sie beendet und im September 2015 mit einem Festakt gefeiert (siehe Info-Kasten).


Feiner Pinsel und Staubsauger


Was in 22 Jahren geschaffen wurde, müsse immer einmal wieder kontrolliert werden, erklärt Ehlich seine Anwesenheit. Dabei steigt er auf das Gerüst, setzt sich auf einen Hocker und beginnt seine Arbeit. Dazu benötigt er einen feinen Pinsel und einen Staubsauger. Ehlich: „Wartung des Altars heißt Reinigung und Überprüfen der Substanz, ob es irgendwo Fehlstellen gibt. Noch kann ich nicht sagen, ob ich einiges reparieren muss. Auf den ersten Blick sieht aber alles sehr gut aus.“ Ehlich wird fast ausschließlich eine Trockenreinigung vornehmen. Von oben nach unten wird er sich auf dem Altar, den er in der Fassung von Alois Hauser von 1880 restaurierte, vorarbeiten und vor allem Staub und Spinnenfäden entfernen. „Je mehr ich nach unten zur Predella komme wird es auch eine leichte Feuchtreinigung geben, um Schmutzschichten zu beseitigen“, schätzt Ehlich. Sollte Substanz locker oder auch abgefallen sein, werden unter seinen geschickten Händen die Fassung bemalt oder vergoldet sowie gefährdete Teile befestigt. In den letzten zwei Tagen, wenn der Altar – der Borman-Altar ist ein Wandelaltar – geschlossen wird, nimmt der Restaurator die Mal-Flügel in Augenschein. „Wenn das alles geschehen ist, ist meine Arbeit erledigt“, erklärt Volker Ehlich.

In den Tagen bis zum 23. Juni wird Ehlich während er in seine wichtige Arbeit versinkt, sicherlich oft an die Jahre der Restaurierung dieses Altars, der für ihn eines seiner Lebenswerke ist, zurückdenken. Denn für ihn ist es eine „große Wertschätzung“, dass er diesen Altar restaurieren durfte und ihm das Vertrauen ausgesprochen wurde. Außerdem ist er sich darüber bewusst, dass er ein „besonderes Kunstwerk“, mit dem nach seiner Meinung die Güstrower Tourismus-Verantwortlichen immer wieder aufs Neue als ein Pfund deutscher Kunst- und Kirchengeschichte wuchern müssen, in seiner Obhut hatte und jetzt wieder hat.

Volker Ehlich schätzt den Güstrower Altar aus der Brüsseler Werkstatt Jan Bormans als Bormans größtes Werk. „Außerdem ist es das einzige, das seine Initialien trägt“, sagt er.

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