12 Tonnen Kiefernsaat: : Erste Ernte auf der neuen Kiefernplantage

Wilfried Hahn – hier auf der neuen Kiefern-Saatgutplantage – muss immer weit voraus denken. Denn ein Baum braucht seine Zeit zum Wachsen.
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Wilfried Hahn – hier auf der neuen Kiefern-Saatgutplantage – muss immer weit voraus denken. Denn ein Baum braucht seine Zeit zum Wachsen.

Forstbaumschule Güstrow sorgt für steten Nachschub bei Kiefernsaat / Diesmal besonders guter Ertrag

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13. März 2015, 05:00 Uhr

Eine reiche Ernte wurde in den letzten Wochen auf den Kiefer-Saatgutplantagen der Forstbaumschule Güstrow eingebracht. „Wir haben in diesem Jahr von unseren älteren Plantagen in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg 12 Tonnen Kiefernzapfen geerntet. Das ist ein sehr guter Ertrag“, sagt Jörn Kruthoff, Prokurist für Saatgut in der Baumschule. „Acht Tonnen davon brauchen wir jährlich als Eigenbedarf für die Kiefern-Nachzucht.“ Das Saatgut aus den restlichen vier Tonnen werde „für schlechte Zeiten eingelagert“, wenn die Zapfenernte bei den Kiefern mal nicht ganz so gut ist.

„Aus den acht Tonnen Zapfen kriegen wir zirka 120 Kilogramm Saatgut. Das ergeben rund 5,4 Millionen Kiefernpflanzen“, sagt der Di-plomforstwirt. „Davon verkaufen wir rund drei Millionen für die Wiederaufforstung von Kiefernwäldern in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg“, so Wilfried Hahn, Geschäftsführer der Forstbaumschule Güstrow. Die restlichen über zwei Millionen Pflanzen benötige man für den eigenen Bedarf.

Bis zu sechs Meter hoch seien die Kiefern auf den älteren Saatgutplantagen, von denen gerade geerntet wurde, sagt er. „Die Zapfen werden von der Hebebühne aus gepflückt. Das ist ein mühsames Geschäft, aber geht gerade noch so.“ Die Forstbaumschule habe zwar auch Baumkletterer, aber an die Zapfen auf ausgewachsenen Kiefern kommen auch sie nicht heran, weil diese ja in den Spitzen der Äste hängen.

Deshalb ist die Nachzucht von jungen Kiefern, deren Zapfen vom Boden aus oder höchstens von einer Hebebühne aus gepflückt werden können, eine ständige Aufgabe der Forstbaumschule.

Die jüngste Kiefern-Saatgutplantage wurde vor sechs Jahren auf vier Hektar in der Nähe von Klueß angelegt. Jörn Kruthoff hat damals die ersten Bäume mit gepflanzt. Jetzt konnte er die ersten Früchte auch seiner Arbeit ernten: Zum ersten Mal wurden in diesen Tagen von den 1,30 Meter hohen Kiefern Zapfen für die Saatgutgewinnung gepflückt.

Zwar war der Ertrag mit etwa zwei Kilogramm Zapfen noch bescheiden, aber für die Zukunft ist er dennoch vielversprechend. „Eine normale Kiefer trägt erst nach 20 Jahren zum ersten Mal Zapfen. Das hier auf der Plantage sind veredelte Pflanzen, die sofort Zapfen bilden“, erklärt Hahn.

Höchsten zwei Meter hoch sollen diese Kiefern werden, so dass sie weiter im Stehen abgeerntet werden können. Um sie klein zu halten, werden von ihnen die Spitzen abgeschnitten. „Die Kiefern wachsen dann in die Breite und wir kommen weiter gut an die Zapfen heran“, erläutert Wilfried Hahn das Experiment.

Um immer genug Saatgut zu haben, muss er weit voraus denken und planen.

Denn der Bedarf an Kiefernholz ist hoch. „80 Prozent der Baumaterialien in der Industrie ist Nadelholz“, weiß Wilfried Hahn. Noch zehre die Industrie vom vorhandenen Kiefernbestand, der zum Teil vor 100 Jahren angepflanzt wurde. Doch es müsse auch für die Zukunft für Nachschub gesorgt werden. Und mit dem Saatgut aus Güstrow ist für Qualität gesorgt, denn es ist besonders zertifiziert.

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