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Neue Gemeinschaftsunterkunft des Landkreises bezogen : Erste Asylbewerber in Güstrow

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Die ersten 20 Asylbewerber haben das neue Asylbewerberheim im Güstrower Waldweg bezogen. Es handelt sich um Familien aus der Kaukasus-Region der Russischen Föderation. In den nächsten Tagen kommen weitere Menschen.

svz.de von
erstellt am 18.Jun.2013 | 10:03 Uhr

Güstrow | Die ersten 20 Asylbewerber haben das neue Asylbewerberheim im Güstrower Waldweg bezogen. Es handelt sich um Familien mit Kindern aus der Russischen Föderation, speziell aus der Kaukasus-Region, informiert Rainer Boldt, stellvertretender Landrat. "In den nächsten Tagen werden noch mehr Menschen in der Gemeinschaftsunterkunft untergebracht werden ", so Boldt. Im Juni sollen etwa 50 Asylbewerber kommen, kündigt der Landkreis an. In dem neuen Heim in Güstrow-Dettmannsdorf stehen 124 Plätze für Flüchtlinge zur Verfügung. Neben den bereits existierenden zwei Gemeinschaftsunterkünften in Bad Doberan, handelt es sich bei dem Güstrower Heim um die dritte zentrale Unterkunft für Asylbewerber im Landkreis.

Ursprünglich sollte das Heim im Waldweg schon viel früher bezogen werden (SVZ berichtete). Doch aufgrund des langen Winters gab es Verzögerungen bei den Umbauarbeiten. Aber nach Abschluss aller notwendigen baulichen Veränderungen in dem ehemaligen Wohnheim der Deutschen Bahn habe nun die Ausstattung der Räumlichkeiten erfolgen können, heißt es vom Landkreis. "Wir haben nur noch Restarbeiten im Außengelände zu erledigen", erklärt Boldt.

Unterdessen erhielt Boldt gestern die Mitteilung vom Land, dass der Landkreis mit höheren Zuteilungsraten von Asylbewerbern zu rechnen habe als bisher angekündigt. "Die bisherigen Planzahlen von monatlich 50 Asylbewerbern werden noch übertroffen werden", sagt Boldt. So gebe es beispielsweise wegen der Hochwassergefahr Probleme im zentralen Aufnahmelager des Landes bei Boizenburg. Von dort sollen dem Landkreis weitere Asylbewerber zugeteilt werden. Hinzu komme die allgemein steigende Anzahl von Asylbewerbern in Deutschland, weshalb auch der Landkreis Rostock verpflichtet sei, weitere Kapazitäten für die zentrale Unterbringung von Asylbewerbern vorzuhalten und neu zu schaffen.

Auch Städte und Gemeinden in die Pflicht nehmen

Daran wird gerade fieberhaft gearbeitet. So würden aktuell Gespräche mit Wohnungsgesellschaften im gesamten Landkreis laufen, um dezentrale Unterbringungsmöglichkeiten für Asylbewerber in Wohnungen zu schaffen. Zudem will der Landkreis jetzt auch die Städte und Gemeinden in die Pflicht nehmen, Unterkünfte bereit zu stellen. "Diese Möglichkeit ist uns vom Gesetz gegeben, wenn der Landkreis nicht über ausreichend Gemeinschaftsunterkünfte verfügt", sagt Boldt. Die dem Landkreis vom Land zugeteilten Flüchtlinge reicht der Kreis dann sozusagen an die Städte und Gemeinden weiter. Kommenden Freitag seien Gespräche mit Bürgermeistern von so genannten zentralen Orten geplant, so Boldt. Asylbewerber dürfen nur in Orten untergebracht werden, die über ein Minimum von Infrastruktur verfügen. Laut Boldt handele es sich u.a. auch um die Städte Güstrow, Bützow, Laage, Krakow am See, Teterow und Gnoien.

Daneben plant der Landkreis eine weitere große Gemeinschaftsunterkunft, um die erwartete hohe Zahl von Asylbewerbern unterbringen zu können. Spätestens im September wäre dieses neue Heim notwendig, weil dann der Waldweg vollgezogen sei, sagt Boldt. "Wir haben verschiedene Angebote. Weiterhin wird aber Güstrow als Standort für ein weiteres Asylbewerberheim favorisiert, weil hier eine optimale Infrastruktur vorhanden ist", sagt der stellvertretende Landrat.

Zunächst müssten sich die neuen Bewohner des Asylbewerberheims in Güstrow-Dettmannsdorf aber eingewöhnen, so Boldt weiter. "Wir müssen uns jetzt darum kümmern, dass die Kinder in die Schule oder die Kita kommen." Das Familienbündnis Güstrow will die Flüchtlinge zudem in der Stadt willkommen heißen.

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